Hotel San Marcelo Nazca, Mautstation an der PE-30A bei Puquio, Campingplatz Quinta Lala Cusco, Camping oberhalb Pisaq

Dienstag Morgen 24.10.2017 Hotel San Marcelo Nazca
Dienstag Abend 24.10.2017 Mautstation an der PE-30A bei Puquio

Die folgende Strecke nach Cusco beträgt mehr als 600 Kilometer. Da sie über hohe Andenpässe führt, ist sie in einem Tag nicht zu schaffen. Schon nach wenigen Kilometern Bergfahrt kommt die erste Baustelle. Schnell bildet sich eine Warteschlange, welche von diversen Baustellenfahrzeugen überholt wird. Diese bringen wohl das nötige Baumaterial. Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Fahrzeugen ist mehr als eine halbe Stunde. Die LKWs sind wahrscheinlich einmal als Konvoi gestartet, aber in Südamerika fahren die stärkeren Fahrzeuge einfach zu. Das führt zu langen Wartezeiten, weil sich die alten Trucks mühsam den Berg hochschrauben. Hier vergehen für mich und die Australier, welche ein paar Wagen hinter mir stehen, eineinhalb Stunden. Der Streckenverantwortliche an der Baustelle teilt uns mit, dass in 30 km Entfernung eine weitere Ampel kommt. Wenn wir bis um 14:00 Uhr dort sind, können wir noch passieren, ansonsten sind weitere eineinhalb Stunden Wartezeit zu erdulden. S’Gritli läuft fantastisch, aber es ist nicht zu schaffen. Ich habe mir schon einen Übernachtungsplatz an einer Mautstelle ausgesucht, wo man die Banos benutzen kann. Der Haken an der Sache ist, dieser liegt auf 4500 müM. Entsprechend schlecht ist der Schlaf. Kopfschmerzen und Atemnot machen mir einen zusammenhängenden Schlaf unmöglich. Auch Lizzy dreht sich und stöhnt die ganze Zeit.

Mittwoch Morgen 25.10.2017 Mautstation an der PE-30A bei Puquio
Mittwoch Abend 25.10.2017 Campingplatz Quinta Lala Cusco

Um fünf ist die Nacht beendet, welche keine große Erholung bot.

Bald befinden wir uns auf der Straße nach Cusco. Nach einer Stunde halte ich an einem Restaurant, um mir ein Frühstück zu gönnen. Auf dem Parkplatz gegenüber steht schon der Van der Australier. Sie haben beim Vorbeifahren an der Mautstelle mein Fahrzeug gesehen und gehupt, aber wahrscheinlich war ich da gerade in den Baños. Sie haben sich unterwegs an einer Tienda ein paar Eggrolls eingekauft und hier auf dem Parkplatz verspeist. Ich gehe zum Frühstück und bestelle mir Panitos con Huevos(Eggrolls), während die 3 Aussies sich schon auf den Weg nach Cusco machen. Ich treffe die 3 Australier Joe, Christian und seine Freundin dann auf dem Campingplatz Quinta Lala wieder, wo ich am Nachmittag ankomme.

Donnerstag bis Montag 26.-30.10.2017 Campingplatz Quinta Lala Cusco

Die 2 Franzosen mit dem Amischulbus „La Brigade“ aus Paris kommen am Donnerstag an.






Michel ist Rollstuhlfahrer und Kollege von Rony Steimle; auch er hat zuhause in Niederbipp einen wüstentauglichen MAN-Truck stehen. Er und seine Freundin Sandra kommen am Freitag mit ihrem antrazithfarbenen Allradsprinter an und werden meine unmittelbaren Nachbarn. Wir trinken in den nächsten Tagen das eine oder andere Pilsen zusammen. Hifi und Caro sind mit ihrem Landy vom Machu Picchu zurück. Oscar und Angelika aus Linz ersetzen einen Luzerner Landrover mit ihrem schönen Toyota HZJ. Freddy und Jacqueline aus Zürich hatten ihr Bimobil-Hilux für ihren 6-tägigen Amazonasausflug hier abgestellt. Am Freitag Abend gehe ich mit Hifi und Caro zum Pizzaessen und zum Guinesstrinken ins Paddys. Hifi hat ein Leck am Ausgleichsgetriebe seines Landys bemerkt und will es selbst instandsetzen. Manfred und Carola mit sandbeigem Mercedes Expeditionsmobil reisen ab. Lizzy hat in diesen Tagen alle Freiheiten, da sie die Campingplatz-Verwalterin, welche selbst 3 Hunde hat, bereits ins Herz geschlossen hat. Ich nütze diese Tage für einige Reparaturen und zur längst nötigen Reinigung der Fahrerkabine. Ich werde mich am Dienstag Günter und Ilka anschließen. Sie wollen mit ihrem Mercedes-Truck nach Pisaq und von dort nach Ollantaytambo, der ideale Ausgangspunkt um den Zug durchs Valle Sagrado zum Machu Picchu zu nehmen.

Dienstag Morgen 01.11.2017 Campingplatz Quinta Lala Cusco
Dienstag Abend 01.11.2017 Camping oberhalb Pisaq

In gemütlicher Fahrt geht es mit Günter und Ilka zur Tierauffangstation Sanctuario de Animal de Cochahuasi. Hier gibt es unter anderem Kapuzineräffchen, Aras, Lamas, Vicuñas, Alpacas, Schwarzbären, Pumas und Kondore.














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Alle Tiere wurden aus nicht artgerechten Verhältnissen gerettet. Die Peruaner lieben es wilde Tiere im Haus aufzunehmen, was natürlich verboten ist. Die Polizei sammelt diese armen Kreaturen ein und bringt sie zum Sanctuario. Ich erstehe eine handgewobene Brücke und ein T-Shirt im Andenkenladen. Günter meint, es wäre viel zu teuer, obwohl mir die freundliche Dame im Laden versichert hat, dass ein Viertel des Preises als Spende für die Institution verwendet wird. Günter will zum Campingplatz oberhalb Pisaq; eigentlich wollte ich vorher noch einen Tankstop einlegen. Der Platz ist klein, aber mit schönen Lehmbauten ausgestattet. 2 junge Deutsche mit Miet-Motorrädern übernachten in einer der Lehm-Cabanas. Lizzy hat in Machita, dem Mischlingsrüden, einen netten Spielkameraden gefunden. Günter hat einige Fragen zu den Fenstern seines Fahrzeugs. Das Thema nimmt den ganzen Nachmittag in Anspruch. Lizzy wird das zuviel und sie büchst aus; sie ist bereits auf der anderen Seite der Straße. Zeit, dass ich mich um sie kümmere – etwas kochen muß ich ja auch noch. Günter und Ilka wollen morgen die Inkaanlage besuchen, welche in unserer Sichtweite liegt. Ich denke, ich werde mich auf den Weg nach Ollantaytambo machen, weil Günter auch noch die Salzterrassen in der Nähe besichtigen will und ich das absolut nicht auf dem Plan hatte.

Club Germania Lima, Bamboo Ecolodge Paracas, Hospedaje Los Cocos Palpa, Hotel San Marcelo Nazca

Freitag 20.10.2017 Club Germania Lima
Freitag 20.10.2017 Bamboo Ecolodge Paracas

Die Nacht ist ruhig und erst gegen sieben stehen wir auf. Ich läute beim Pförtner und frage, ob ich die Toiletten benutzen kann. „Claro“ erwidert man mir. Die großzügig angelegten Waschräume mit WCs und Duschen sind vom Feinsten. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zurück zur Pazifikküste.
Die Bamboo Ecolodge und Kite-Schule ist mein Ziel. Hier kann ich gratis für zwei Tage direkt am Strand stehen und die Sonne genießen. Ich treffe auf 3 sympathische Australier mit kalifornischem Van, die allerdings morgen schon wieder abreisen.

Samstag 21.10.2017 Bamboo Ecolodge Paracas

Am Morgen frage ich in der Kite-Schule nach der Möglichkeit, eine warme Dusche zu nehmen. Kein Problem – mit 5 Soles bin ich dabei.





Im Laufe des Nachmittags kommt ein deutsches Feuerwehrfahrzeug an, ein Mercedes Rundhauber, heute in adrettem Blau. In 3-jährige Arbeit hat Andre das Fahrzeug komplett restauriert. Er hat den Feuerwehr-Materialkoffer durch eine selbstgebaute Kabine ersetzt und diese mit allem Komfort ausgestattet. In Chile haben Andre und Natalia, seine Lebensgefährtin, die Mischlingshündin Lara adoptiert. Anfangs verseht sich Lizzy sehr gut mit Lara. Sie tollen stundenlang zusammen über den Sandstrand. Aber gegen Lara kann Lizzy ihre Schnelligkeit nicht ausspielen und sie zieht sich beeindruckt zurück. Lara dominiert jetzt immer mehr und Lizzy nimmt zuletzt Reisaus. Sie bleibt lange weg und ich mache mir Gedanken, wo sie wohl steckt. Ich laufe den Strand entlang und nach circa 200 Metern sehe ich sie in einem Resort. Ich rufe ihr. Ich bin sicher, sie hat mich gehört, aber sie kommt nicht. Schließlich kann ich sie einfangen, anfangs läuft sie neben mir her. Aber kurz vor dem Stellplatz ist sie nicht mehr zum weiterlaufen zu bewegen. Also nehme ich sie auf den Arm und verfrachte sie ins Gritli.

Sonntag Morgen 22.10.2017 Bamboo Ecolodge Paracas
Sonntag Abend 22.10.2017 Hospedaje Los Cocos Palpa

Ich wäre eigentlich gerne noch geblieben, aber d´Lizzy isch chabbelätz nach den
Begegnungen mit Lara, der chilenischen Hündin von Andre und Natalia. Sie ist schwer eingeschüchtert. Entweder sie traut sich gar nicht raus, oder aber sie verschwindet über den langen Strand. Also packe ich zusammen. Andre schenkt mir beim Verabschieden noch eine Kartusche seines guten Metallklebers für die Reparatur meines Alkoven, welcher immer mehr aus den Fugen geht. Ich mache mich auf zur Küstenstraße von Paracas. Diese liegt in einem Naturpark.








Die Fahrt durch die Sandwüste ist beeindruckend. Am Eingang einer Bucht mit darin liegendem Fischereihafen mache ich Rast und bereite uns ein Mittagessen. Um nach Ica, meinem Tagesziel, weiterzukommen, muss ich ein Stück die Straße zurück und folge dann dem GPS in die Sanddünen. Eine Straße ist nicht mehr zu erkennen; man sieht noch einzelne Fahrspuren, aber die Sandverwehungen überdecken sie kilometerweit. Das GPS gibt mir immer wieder 90 Grad-Wechsel an, welche mich zurück zur imaginären Route bringen. Hinter den Dünen befinden sich wunderschöne Meeresbuchten, wo sich kein Mensch aufhält. Hier muss man sich wirklich auf sein Allradfahrzeug und die Erfahrung verlassen, wenn man diese Strände besuchen will. Ich richte mich nach Cameron, meiner Navigationsfee. Mit 2 Fahrzeugen könnte man schon mehr riskieren, aber alleine ist das Risiko zu groß, irgendwo liegen zu bleiben. Als ich dann näher nach Ica komme, passiere ich eine riesige Mülldeponie. Ab hier säumt die Piste links und rechts ein 15 Meter breiter Müllteppich. Anscheinend hat man hier keine Zeit, über die Plastikmüllladung ein Netz zu ziehen – somit hat der Wind leichtes Spiel. 5 Kilometer vor Ica kommen die ersten Faellas – die traurigen Vororte. Auch hier soweit das Auge reicht: Müll, Müll und nochmals Müll! In Ica wollte ich auf einem Dünencamp übernachten, welches bei iOverlander gut wegkam. Als ich allerdings dort ankomme, gerate ich in ein Getümmel von 6-sitzigen Strandbuggys, die mit einem Riesengetöse den Platz unsicher machen. Ich drehe um und entscheide mich, weiter meinem morgigen Ziel, Nasca entgegen zu fahren. Nach einer Stunde erreiche ich ein Hotel in Palpa(auch hier gibt es Erdlinien), wo ich für 20 Soles die heiße Dusche eines Zimmers geniessen kann. Ich könnte hier auch schlafen, aber im Gritli fühle ich mich wohler.

Montag Morgen 23.10.2017 Hospedaje Los Cocos Palpa
Montag Abend 23.10.2017 Hotel San Marcelo Nazca

Die Strecke nach Nasca ist kurz und auf halbem Weg liegt bereits das Museo Maria Reiche.






Maria Reiche war eine deutsche Mathematik-Wissenschaftlerin, welche sich sehr um die Erforschung der Nasca-Linien verdient machte. Sie wurde in Peru und im Ausland mit zahlreichen Ehrendoktor-Titeln ausgezeichnet. Sie wollte durch die Berechnung der Linien nachweisen, dass ein Bezug zu einem Inkakalender besteht, welcher die Bewässerung und Bestellung der Felder dokumentiert. Für die Inkas natürlich immer unter Anbetung der verantwortlichen Gottheiten. Das überschaubare Museum zeigt ihren Lebensraum mit zahlreichen Exponaten von Plänen und Berechnungen, sowie Ausgrabungsobjekten. Ich habe für heute einen Flug über die Nasca Linien geplant und der Besuch dieses Ortes ist die richtige Einstimmung dafür. Zuvor muss ich mich in Nasca aber noch mit Bargeld versorgen; auch habe ich einen grossen Sack Wäsche, welche ich in einer Lavanderia im Stadtzentrum abgebe, um ihn am Abend wieder abzuholen. Auf dem „Maria-Reiche“-Airport angekommen, kann ich kurzfristig meinen Platz in einer 6-sitzigen Cessna buchen. Nach einem Café und dem Versorgen von Lizzy mit Futter und Wasser in der Kabine, muß ich auch schon zum Check-In.














Der Flug dauert eine Stunde und die Figuren und Linien werden von beiden Seiten in steilen Kurven überflogen. Die Sicht ist diesig und mit den Augen sieht man definitiv mehr, wie man jetzt auf den Fotos erkennen kann. Trotzdem ist es ein Supererlebnis und wohl die einzige Möglichkeit, sich einen umfassenden Überblick über die Anordnung von Bildern und Linien zu verschaffen. Zurück am Fahrzeug nehme ich den Weg zum ausgesuchten Stellplatz. Das Hotel San Marcelo liegt etwas abseits. Zum Preis von 20 Soles pro Nacht bietet es Strom, Toiletten, Duschen und sogar einen schönen, sauberen Pool. Hier wäre ich gerne noch eine weitere Nacht geblieben, aber die Eigentümerin fürchtet sich vor Hunden und will uns nur für eine Nacht hierbehalten. Gegen Abend erreichen die Australier und die Franzosen ebenfalls diesen Platz, sodass sich wieder eine kleine Overlander-Community gebildet hat.

Restaurant La Colina Chavin de Huantar, Camping Albufera Media Mundo, Club Germania Lima

Mittwoch Morgen 18.10.2017 Restaurant La Colina Chavin
Mittwoch Abend 18.10.2017 Camping Albufera Media Mundo

Um neun bin ich am Eingang der Kultstätte Chavin de Huantar. Auch dieser Ort ist ein Zentrum der Wari-Kultur.







Hier versammelten sich und lebten Politiker, Shamanen und Priester. Gleichzeitig war es ein Zentrum für die Begegnung der Bürger der umliegenden Bezirke, welche mehrmals im Jahr auf der Plaza Major zu religiösen Feiern zusammen kamen. Es ist eine Ansammlung von großen Plätzen, Terrassen und Wohnpyramiden mit labyrinthartig steingemauerten Gängen, welche zu Wohneinheiten untertage führen.





Das verzweigte Labyrinth wird durch ein ausgeklügeltes Öffnungssystem belüftet und entwässert. Durch die ganze Anlage hinunter zum Rio Mosna zieht sich der Canal Rocas, welcher die Aufgabe hat, die Gebäude mit Wasser zu versorgen. Der zentrale Komplex Edificio A, oberhalb der Plaza Menor wird über ein beeindruckendes Portal, Portico de las Falconidas, aus massiven Steinsäulen mit aufliegenden, großformatigen Steinplatten betreten.



Es finden sich zahlreiche Stelen mit Fresken, welche die Gottheiten der Wari abbilden. Mein Besuch dauert etwa 3 Stunden. Lizzy hat geduldig im Gritli gewartet. Nun machen wir uns auf den Weg zurück zum hochgelegenen Tunnel von Chavin. An der schönen Lagune im Tal vor Huaraz machen wir eine Pause bei Hotdog und Coca-Cola.



Bald erreichen wir die gut ausgebaute PE-16, welche uns nach 4 Stunden Fahrt zur Küste nach Barranca bringt. Auf iOverlander finde ich den Camping Albufera Medio Mundo. Ein sehr schöner Platz, wo ich an einer Lagune mit Sicht auf den Pazifik stehen kann. Lizzy muss allerdings an die Leine, da wir uns in einem Vogelschutzgebiet befinden. An der Lagune steht bereits ein großer, amerikanischer Schulbus mit kalifornischem Kennzeichen. 2 junge Franzosen aus Paris haben sich dieses Gefährt in San Diego gekauft und es selbst ausgebaut.

Sie werben im Internet für ihr rollendes Hostal und haben heute bereits 2 Gäste an Bord. Nach der Begrüßung mache ich mich ans Kochen. Nach einem Spaziergang mit Lizzy ziehe ich mich ins Gritli zurück.

Donnerstag Morgen 19.10.2017 Camping Albufera Media Mundo
Donnerstag Abend 19.10.2017 Club Germania Lima

Ich hatte gestern von den Franzosen erfahren, dass es in Lima einen deutschen Club gibt, wo man kostenlos übernachten kann. Sie erzählten mir auch, dass der Eintritt nur für Deutsche, mit deutschem Reisepass möglich ist, was sie als sehr kurios empfanden. Es ging mir genauso, aber ich wollte wissen, warum und wieso. Die Franzosen waren schon früh abgefahren – sie hatten sich ein Hostel mit Parkplatz zum Übernachten ausgesucht. Auf dem Weg nach Lima kassierte ich noch einen Strafzettel, dafür dass ich auf einer LKW-Umfahrung fuhr.


Ich habe von einer ausschließlichen Lastwagenroute noch nichts gehört, sodass ich mich dementsprechend wehrte. Aber es nutzte nichts, ich musste 200 Soles bezahlen. Hier weiß man nie, hat man jetzt wirklich ein Vergehen hinter sich, oder sind es nur wieder korrupte Polizisten, die abzocken. Bereits in den Vororten von Lima ist der Verkehr chaotisch. Aber im Zentrum wird es absolut wild. Die Fahrer der Chickenbusse ziehen 5 m vor mir auf meine Spur, natürlich ohne ein Zeichen zu geben. Mit den Taxifahrern ist es das Gleiche und auf die Alltagsfahrer hat das schon lange abgefärbt. Gegen 16:00 Uhr erreiche ich endlich den „Club Germania“. Beim peruanischen Security muss ich meinen Reisepass deponieren, um mich dann im Sekretariat anzumelden. Dort weiß man schon, dass sich in meinem Fahrzeug ein Hund befindet. Trotzdem telefoniert die Sekretärin mit der Administration und teilt mir die unwiderrufliche Entscheidung mit: „Kein Eintritt mit Haustieren“. Keiner schaut sich den Hund an und mein Angebot, Lizzy nicht von der Leine zu lassen, interessiert nicht. Angeblich war dieser Platz auch für Reisende anderer Nationen offen. Aber anscheinend wurden die Stellzeiten von max. 2 Nächten überschritten. Die darauffolgende Maßnahme war, dass ausser deutschen, keine anderen Overlander mehr eingelassen wurden. Mir kommt das alles etwas zu deutsch vor und ich habe dafür wenig Verständnis, denn jeder Reisende ist froh über ein freundliches Willkommen. Da es schon spät ist, beziehe ich einen der beiden Parkplätze des Clubs an der Strasse, welcher mir zugestanden wird.



Ich bin ziemlich angesäuert. Nach einem kleinen Abendspaziergang mit Lizzy durch die Quartierstrassen, mache ich mich ans Kochen. Es gibt Hackbraten „Berliner Art“ mit Cravatini-Pasta. Sehr lecker! Damit kompensiere ich den Ausschluss. Nach einem guten Essen und einem kühlen Pilsen verraucht die Wut. Lizzy kommt natürlich auch nicht zu kurz. Nach dem Abwasch machen wir uns bettfertig.

Hostal Lunahuana Chimbote, Hostal El Farol Inn Tortugas, Hotel Miramar Huarmey, Camping Inkawasi Huaraz, Restaurant La Colina Chavin de Huantar

Donnerstag Morgen 12.10.2017 Hostal Lunahuana Chimbote
Donnerstag Abend 12.10.2017 Hostal El Farol Inn Tortugas

Zum Frühstück gibt es nur Kaffee und Kekse. Schon gegen acht Uhr fahren wir los. Ich will unterwegs an der Straße noch ein rechtes Frühstück zu mir nehmen. Aber die Panamericana macht hier keine Zugeständnisse. Die 4-spurige Carreterra bietet, bis auf 3 Fotostopps auf der Standspur keinen Rastplatz.



Schon bald zweigt eine kleine Straße rechts ab nach Tortugas. Das Dörfchen liegt in einer malerischen Bucht.


Auf dem Weg zum Hostel El Farol Inn sehe ich auf dem Strand ein großes Expeditionsmobil. Das MAN-Chassis ist mit einer Kabine von der deutschen Firma Bocklet aufgebaut.

Das Ehepaar(Bocklet sen., wie sich später herausstellt) hilft Einheimischen mit einem Zuggurt ein 3-achsiges LKW-Anhänger-Chassis aus dem Wasser zu bergen. Wie mir die beiden erzählen, haben sie die letzte Nacht hier am Malecon übernachtet und dabei miterlebt, wie die Leute ein größeres Fischerboot gewassert hatten. Dabei ist zwar der Trailer umgekippt, aber das hat die große Anzahl Schaulustiger nicht davon abgehalten, die Feier zur Schiffstaufe durchzuführen. Heute morgen sind dann 4 von ihnen mit einem kleinen Chevy(in der Corsa-Klasse) erschienen und wollten tatsächlich das circa 5 Tonnen schwere Teil aus dem Wasser ziehen. Die Bocklets hatten sich dann angeboten, das schwere Gefährt auf den Strand zu ziehen und es mit dem Dehngurt umzudrehen. Als ich erscheine, ist das auch bereits erledigt. Ich habe S’Gritli ein paar Meter weiter abgestellt, um die Overlander zu grüßen. Henny und Michael Bocklet sind sehr sympathische Leute und aus dem Vorstellen wird ein längeres Gespräch. Gegen Ende erkläre ich ihnen, daß ich jetzt wohl mein Frühstück im Restaurant gegenüber einnehmen werde. Spontan möchten sie mich noch auf eine Tasse Kaffee und für die Fortführung des Gesprächs begleiten. Henny und Martin haben ihr gut laufendes Geschäft an den Sohn übergeben und haben jetzt Zeit und Muße sich ihrem Hobby, dem Reisen, zu widmen. Bald verabschieden sie sich und wir wünschen uns gegenseitig eine schöne Reise. Nach dem Frühstück finde ich das Hostal in traumhafter Lage oberhalb der Bucht.

Ich bin der einzige Gast in dem Hotelkomplex und kann mir den Platz aussuchen. Bis auf Wifi gibts hier alles. Warme Duschen, Toilette, Brauchwasser und 220 Volt Strom. Lizzy kann sich frei bewegen und nützt das auch reiflich aus. Trotz 25 Grad und brennender Sonne ist die Nacht kühl, was einen guten Schlaf zur Folge hat.

Freitag 13.10.2017 Hostal El Farol Inn Tortugas

Wir haben gut geschlafen. Als Erstes nehme ich eine heiße Dusche. Lionel, der Venezulaner, ist für die Gäste zuständig und hat mir den Boiler angestellt. Wir haben uns gestern lange über die Situation in seinem Heimatland unterhalten – die Lage scheint sehr verfahren zu sein. Auch für ihn gab es nur die Alternative sein Mutterland zu verlassen. Den Armen reicht das Geld nicht um billigste Lebensmittel einzukaufen und so gibt es für viele nur diese Lösung. Auch heute sprechen wir wieder lange über seine Sorgen. Später mache ich mich an das Putzen der Kabine. Ich wasche sie komplett ihnen aus, putze die Fenster und entferne die häßlichen Steifen an den Stirnseiten des Hubdaches die durch die Dichtung der hoch zu klappenden Seitenteile entsteht. Nach drei Stunden bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden; so läßt es sich wieder leben. Gegen Abend kommt ein Peruaner vorbei, der sich für die Preise des Hotels interessiert. Ich verweise ihn an Lionel, aber er interessiert sich ausserdem für S’Gritli und fragt, ob er es von innen sehen kann. Frisch geputzt kann ich es ja stolz herzeigen. Nachdem er sich alles hat erklären lassen, stellt er sich vor. Sein Name ist Freddy und er ist Offizier bei der peruanischen Polizei. Vielleicht wollte er ja nur mal die Raumluft nach einer Brise Gras beschnüffeln, aber da ist er bei mir an der falschen Adresse. Er ist nicht unsymbadisch. Er hat vor 3 Jahren Frankfurt im Austausch mit deutschen Polizisten besucht. Er gibt mir sogar seine Handynummer; falls ich mal Probleme mit der peruanischen Polizei hätte?. Nach dem Abendessen wird noch etwas gelesen, dann geht es ab in die Koje.

Samstag Morgen 14.10.2017 Hostal El Farol Inn Tortugas
Samstag Abend 14.10.2017 Hotel Miramar Huarmey

Die warme Dusche genieße ich auch heute früh. Ich verabschiede mich von Lionel und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute. Das Frühstück nehme ich heute am Malecon in der Morgensonne im gleichen Restaurant, in welchem ich mit Bocklets den Kaffee getrunken habe.





Schon bald geht es zurück zur Panamericana Norte. Die Fahrt geht durch eine eindrückliche Wüstenlandschaft mit hohen Dünen und Blick auf den Pazifik.




In Sechin/Ancash mache ich Station, um das Max Uhle-Museum zu besichtigen. Nach der eher übersichtlichen Ausstellung mache ich mich an die Erkundigung der Außenanlagen. Sechin ist bekannt für seine Festungsmauern mit Kriegsdarstellungen aus der Mari-Aera. Die sehr gut erhaltenen Steinhauer-Darstellungen werten diese weitere Ausgrabungsstätte eindeutig auf.






Am Nachmittag erreiche ich mein heutiges Tagesziel, das Hotel Miramar in Huarmey. Zuerst mache ich noch ein paar Einkäufe in der benachbarten Tienda.


Auf dem Innenhof des Miramar bin ich bisher das einzige Fahrzeug. Das Hotel hat einen gepflegten Pool und saubere Duschen und Banos.

Sonntag 15.10.2017 Hotel Miramar Huarmey

Nach dem Duschen entscheide ich mich, noch eine Nacht länger zu bleiben. Mit dem schnellen WLAN möchte ich endlich noch 2 Beiträge posten. Lizzy macht zwischenzeitlich die eine oder andere Platzrunde, wo sie sich mit anderen Hunden vergnügt. Am Abend koche ich mir einen großen Topf Spaghetti – auch schreiben macht hungrig.

Montag Morgen 16.10.2017 Hotel Miramar Huarmey
Montag Abend 16.10.2017 Camping Inkawasi Huaraz

Die heutige Tour soll mich nach Huaraz, zurück in die Berge führen. Der Anfang scheint einfach; die Straße ist gut. Jedoch nach 40 km ändert der Belag in eine stark lädierte Sandpiste. In einem Dorf nehme ich eine falsche Abfahrt, was ich aber zu spät erkenne. Cameron, die Navigations-Fee, reklamiert vehement, aber mein Trotz setzt sich durch – es muß auch so rum gehen. Ein Fehler, wie sich später erweist. Nachdem ich über die Knüppelpiste und vorbei an kleinen Ansiedlungen, wo unmöglich jemand leben kann, aber dennoch tut, fahre ich immer weiter in die Berge. Mehrmals frage ich Einheimische, die mich mürrisch anschauen, aber es gibt nur 2 Richtungen: Vor oder Zurück! Als ich nach ewiger Zeit die zweite Ortschaft passiert habe, verpasse ich eine weitere unbeschilderte Abzweigung – peruanisches Roulette! In Malvas sagt man mir, dass das nun wirklich eine Sackgasse ist. Ich schau mich nur noch nach dem viel bemühten „Brädderhaag“ um, dann geht es in der entgegen gesetzten Richtung zurück. Kurz vor dem Dorf, wo es nun richtig abgehen(ich meine: in der richtigen Richtung)soll, treffe ich auf Sylvestre und seinen Sohn. Er ist der Dorflehrer in dem Dorf, das ich gleich erreichen werde. Er erklärt mir gerne nochmal den Weg. Danke ? jetzt weiß ich es auch. Die Etappe ist noch lange nicht zu Ende.








Nach stundenlanger Fahrt über die gleichbleibend schlechte Straße mit Superblick auf die Cordillera Blanca erreiche ich endlich in Huaraz den Camping Inkawasi. Am Tor rufe ich in die Dunkelheit. Ein freundlicher Brasilianer, selbst Gast, öffnet mir das Tor und stellt mir das Flutlicht ein, sodaß ich die steile Abfahrt unbeschadet überstehe. Nur noch einrichten, kochen und aufräumen – ein langer Tag geht zu Ende.

Dienstag Morgen 17.10.2017 Camping Inkawasi Huaraz
Dienstag Abend 17.10.2017 Restaurant La Colina Chavin de Huantar

Wir haben etwas länger geschlafen. Der Inhaber des Campingplatzes, einer junger Peruaner, erklärt, daß er den Platz wohl wieder aufgeben wird. Er wird sich aber ein anderes Grundstück in Stadtnähe anmieten und dort unter gleichem Namen weitermachen. Gegen halb zehn hat S’Gritli die steile Ausfahrt gut bewältigt. Im Zentrum von Huaraz gibt es ein Mapfre Versicherungsbüro, wo ich meine 40-tägige Kfz-Versicherung um 30 Tage verlängern kann. Im Anschluss fahre ich weitere 15 km zur Wari-Tempel- und Grabstätte Willkawain. Die Straße hierher ist rauher Naturbelag, die Umgebung ärmlich.




Aber die Museumsanlage ist schön angelegt. Die rechteckigen Grabhäuser sind die einzigen in ganz Südamerika, die noch intakte Dächer vorweisen können. Der Dachstuhl ist, wie der gesamte Bau, aus massiven Steinblöcken(Pfetten) gefertigt. Darauf liegen ebenfalls massive Steinplatten in bis zu 20 cm Stärke als Eindeckung. Zwischenzeitlich hat man diese mit Planen überzogen, was zwar die Optik stört, aber sicherlich vor grösserer Feuchtigkeit schützt. Die Erbauung der Grabstätte und der kleineren Nebengebäude datiert auf 800 Jahre vor Christi Geburt. Alle Schautafeln sind gut lesbar und mit englischer Übersetzung ausgestattet, was auch keine Selbstverständlichkeit ist. Der Besuch hat sich rundum gelohnt. Die holprige Rückfahrt nehme ich gerne in Kauf. Nachdem ich Huaraz hinter mir gelassen habe, geht es schon bald in die Berge. Vorbei an einem wunderschönen Bergsee nehme ich die Straße hinauf zum Tunnel von Chavin.

Davor machen wir halt, Lizzy muss pipi. Das Schild am Parkplatz weist auf eine Höhe über dem Meer von 4540 Metern hin. In Chavin gibt es mit dem Huantar eine weitere Wari-Kulturstätte zu besichtigen. Leider bin ich eine Viertelstunde zu spät; der Ticketschalter schließt um 16:00 Uhr. Am Restaurant und Hotel La Colina kann ich gratis übernachten, nachdem ich mein Abendessen dort eingenommen habe. Morgen öffnet der Schalter um 09:00 Uhr, ich will rechtzeitig dort sein.

Plaza de Quinten Alto, Ecolodge Chiclayo, Lehmpyramiden von Tucume, Huanchaco Gardens RV Park

Freitag Morgen 06.10.2017 Hazienda San Antonio Cajamarca
Freitag Abend 06.10.2017 Plaza de Quinten Alto

Wir verabschieden uns von Ruedi und Elvira und wünschen alle, uns bald wieder zu treffen. Ich will mit Martin und Caro nach Kunturwasi, um dort die Tempelruinen und das Museum zu besuchen.







Die Wari-Kultur um Kunturwasi stand in Verbindung mit der Chavin-Kultur. Deren Siedlungsgebiete liegen hunderte von Kilometern Luftlinie auseinander und geografisch wurden Kontakte durch die Barriere der Weißen Kordilliere erschwert. Die Tempelanlagen sind kaum archeologisch erschlossen. Ein japanisches Forscherteam hatte in den 60er-Jahren zwar wichtige Gräber offengelegt. Nachdem aber ein Fundus an Porzellan-Tonwaren und anderen Grabbeilagen gefunden und die Ruinengrundmauern festgelegt waren, wurden die Arbeiten aber auch bald wieder eingestellt. Die Japaner reisten nach Hause zurück; im Reisegepäck führten sie zahlreiche Grabbeigaben, welche sie nach einer Ausstellungstournee innerhalb eines Jahres zurückgeben mußten. Die weiteren Ausgrabungen und die Pflege des Areals scheint zu stagnieren, da die Japaner wohl weiteres Interesse verloren habe. Bei der Rückkehr zu den Fahrzeugen treffen wir einen französischen Reiseveranstalter, welcher uns noch mit weiteren Tips für Sehenswertes in Peru ausstattet. Davon bleibt mir hauptsächlich „Tortugas“ im Ohr, welches er als malerisches, typisches Fischerdorf beschreibt. Wir haben uns auf der Karte eine Alternative für die Weiterreise nach Chiclayo herausgesucht, welche uns kurze Zeit später in die Berge führt. Auf den ersten Kilometern durch weitere Ortschaften ist die Straße noch größtenteils asphaltiert, doch schon bald wechselt der Belag in eine Schlagloch übersäte Naturstraße. Irgendwann wird es uns zuviel und wir wollen zurück zur unkomplizierten Hauptverkehrsstraße. Beim Kartenstudium erkennen wir, daß die Entfernung auf der nächsten, abbiegenden Straße mindestens 50km beträgt. Der Zustand der gewählten Abzweigung macht uns klar, daß das heute nicht mehr zu schaffen ist. Wir halten in der Nähe eines Bauernhofes und fragen nach einer Parkmöglichkeit. Der Bauer schickt uns zur Plaza des Dorfes Qinten Alto. Dort hat sich die Dorfjugend zum Volleyballspiel versammelt und die Senioren schauen zu. Die alten Frauen spinnen Wolle in der Hand oder stricken, die Männer stehen zusammen und bestaunen unsere Fahrzeuge. Begrüßt werden wir vom Dorflehrer mit einem herzlichen „Bienvenido“.







Er zeigt uns die Schule, wo er uns mit von den Schülern selbstmodellierten Tierfiguren beschenkt. Als wir zur Plaza zurückkehren bin ich stolzer Besitzer eines Jaguars. Wir drei dürfen den Dorfbewohnern viele Fragen beantworten und irgendwann mache ich mich an das Zubereiten der Pesto-Spaghetti. Zum Essen schließen wir einfach die Tür – – und haben unsere wohlverdiente Ruhe. Nach einer gemeinsam genossenen Flasche Vino Tinto heben wir die Runde auf und legen uns schlafen.

Samstag Morgen 07.10.2017 Plaza de Quinten Alto
Samstag Abend 07.10.2017 Ecolodge Chiclayo

Gegen acht Uhr sind wir abfahrtbereit. Aber das Dorfempfangs-Komitee nimmt uns gleich in Empfang. Um einen Rundgang mit dem Lehrer durchs Dorf, über den Fussballplatz zum dahinter liegenden Aussichtspunkt kommen wir nicht herum.

Aber es lohnt sich auch, denn der Blick in die umliegende Berglandschaft und in die Nachbartäler ist famos. Nach unzähligem Händeschütteln, Schulterklopfen und diversen Gruppenfotos sind die Motoren endlich gestartet. Wir winken den Dorfbewohnern einen letztes Mal zu und sind wirklich gerührt von dem großen Interesse und der herzlichen Aufnahme. Unterwegs gerate ich mit dem rechten Hinterrad in ein Loch des ausgeschwemmten Fahrbahnrands und komme auf die herkömmlich Weise nicht frei.


Aber nach einem weiteren erfolgreichen Einsatz des Airjacks und der Hilfe von HiFi geht es weiter. Nach vierstündiger Talfahrt auf einer einspurigen Naturstraße erreichen wir Qinten Bajo.

Hier gönnen wir uns in einer Tienda ein Helado(Speiseeis) aus der Tiefkühltruhe, um dann endlich auf der gut ausgebauten Straße nach Chiclayo weiterzufahren. Mittags halten wir an einem Stausee bei La Huaca und bestellen uns in einem Seerestaurant Camarones mit Papas Fritas und Arroz(Shrimps/Pommes/Reis). Nun gilt es nur noch den Verkehr von Chiclayo mit seinen zahlreichen Baustellen zu bestehen, um in unserem Tagesziel der Chiclayo Ecolodge anzukommen. Hier gibt es saubere Baños und eine kalte Dusche.

Sonntag Morgen 08.10.2017 Ecolodge Chiclayo
Sonntag Abend 08.10.2017 Lehmpyramiden von Tucume

Hier in Chiclayo besuchen wir das Museum Tumbes Reales de Sipan. Das Museum und die Außenanlagen sind groß und sauber angelegt.

Hier handelt es sich um das Grab des Senore de Sipan, einen Herrscher der Mari-Dynastie. Das Grab ist mit aufwändigen Beigaben sowie dem Leichnam in vollem Ornat in Gold ausgestattet. Auf zahlreichen Schautafeln und in Vitrinen wird die prunkvolle Zeit der Mari dokumentiert. Eine anschließende Einkehr im Hans Heinrich Brüning Museum rundet diesen eindrücklichen Besuch ab.


Der Deutsche hat jahrzehntelang in Peru gelebt und den Kontakt zu der Bevölkerung gesucht und gefunden. Nach einer schweren Erkrankung kehrte er nach Deutschland zurück, wo der dann ein Jahr später verstarb. In Tucume, welches durch seine Lehmpyramiden berühmt ist, besuchen wir das interessante Museum, welches das Leben der Mari unter der Senore de Sipan-Herrschaft schildert. Mit dem Ticket fürs Museum haben wir auch die Besichtigung der Lehmpyramiden bezahlt. Doch dafür reicht es heute nicht mehr. Wir können morgen Lizzy zum Rundgang mitnehmen und der freundliche Herr an der Kasse erlaubt uns auch auf dem sicheren Parkplatz zu übernachten.

Heute Abend grillen wir Chorizos Parilladas und dazu gibt es Kartoffelsalat. HiFi bereitet uns einen Pisco Sour. Dazu muss er Zuckerwasser eindicken, Eiweiß schaumig schlagen, den feinen Pisco (Traubenschnaps) beifügen, Limonensaft beigeben und mit Limonenscheibe am Glasrand stilvoll servieren.

Montag Morgen 09.10.2017 Lehmpyramiden von Tucume
Montag Abend 09.10.2017 Huanchaco Gardens RV Park

Am Morgen starten wir zu dem Rundgang welcher uns an zahlreichen Ausgrabungsstätten vorbeiführt. Zwei der größeren, überdachten Ausgrabungen sind zugänglich und geben uns Einblicke in die Anlage von Grabstätten.





Weitere Gebäude sind über Stege erreichbar und auch auf Wegweisern beschriftet; aber dort angekommen, stehen wir vor Holzverschlägen und müssen unverrichteter Dinge den Rückzug antreten. Wir haben den Eindruck, dass hier Geld sinn- und planlos eingesetzt wird. Der Status des Weltkulturerbes und die damit verbundenen Gelder scheinen nicht gut koordiniert. Natürlich hat es viel mit der lateinamerikanischen Mentalität zu tun und somit muß ein Urteil auch nachsichtig ausfallen. Anschließend wollen wir zur Küste nach Huanchaco. Auf iOverlander haben wir uns den Gardens RV Park ausgesucht. Bei unserer Ankunft wird es auch schon wieder dunkel. Nachdem wir uns eingerichtet haben, machen wir uns auf die Suche nach einer Pizzaria. Die empfohlene hat zwar geschlossen, aber im Restaurant Sabes am Malecon kann man uns das gewünschte servieren.

Dienstag 10.10.2017 Huanchaco Gardens RV Park

RUHETAG: Kabine säubern, lesen und entspannen sind die Themen des heutigen Tages.

Morgen wollen wir noch die Ruinen von Chan-Chan und Huaca de la Luna gemeinsam anschauen, dann werden sich unsere Wege wohl trennen. HiFi und Caro wollen in die Berge zurück, ich möchte gerne noch ein paar Stationen an der Küste einplanen.

Mittwoch Morgen 11.10.2017 Huanchaco Gardens RV Park
Mittwoch Abend 11.10.2017 Hostal Lunahuana Chimbote

Chan-Chan und Huaca del Luna sind wieder Anlagen mit langen Wegen. Chan-Chan zeigt Neues: Die raumtrennenden Halbwände sind ornamentreich und architektonisch aufwändig mit Nischen und unterschiedlichen Ebenen angelegt.









In Huaca del Sol nehmen wir an einer Führung teil. Lizzy darf mich, trotz anfänglicher Ablehnung, doch noch bei der Führung begleiten und ist nach einer Weile auch für einige andere Teilnehmer die Attraktion. Am frühen Nachmittag verabschieden wir uns voneinander. Es war eine Superzeit, die ich mit den Gufligers verbracht habe. HiFi und Caro fahren zurück nach Huanchaco, mich führt die weitere Fahrt zum Hostal Lunaluana in Chimbote, wo ich im weißen Innenhof im Gritli übernachten kann. Man öffnet mir ein Doppelzimmer, wo ich Bad und Toilette benutzen kann. Nach dem Abendessen, einem Glas Rotwein und der obligatorischen Nachtlektüre findet der Tag sein Ende.

Kuelap Chachapoyas und Grabhäuser von Revash San Bartolo, Festplatz oberhalb Las Balsas, Hazienda San Antonio Cajamarca

Sonntag Morgen 01.10.2017 Estancia El Chillo Nuevo Tingo/ Peru
Sonntag Abend 01.10.2017 Dorfanger in San Bartolo-Revash

Am Morgen bezahlen wir bei Renato unsere Rechung für Kost und Logis. Er empfiehlt uns einen kürzeren Weg zur Seilbahn über eine Naturstrasse. Kurz vor acht sind wir am Parkplatz der Busstation. Der Bus bringt uns an die Talstation der Teleferico.




Diese ist kaum 3 Jahre in Betrieb und angeblich eine Koproduktion peruanischer und europäischer Hersteller. Sie ist modern und solide gebaut und in einwandfreiem Zustand. Nach einer halben Stunde erreichen wir das Bergplateau mit Museum, Indiomarkt und Cafeteria. Kurz vor der Ankunft haben wir linkerhand die hohen Steinmauern der Kultstätte erblickt.












Nach einem Café machen wir uns auf den 2 km langen Weg zum Eingang der Sehenswürdigkeit. Kuelap war ein Zentrum und Lebensraum für intellektuelle Chachapoyas-Indios, wie Politiker, Shamanen und Kunsthandwerker. Die hohen Stadtmauern hatten nie die Funktion der Verteidigung; sie dienten einzig und alleine der Nivellierung des Geländes auf dem kegelförmigen Felskopf. Selbst die spanischen Conquistadores hatten die friedliche Anlage von Angriffen verschont. Auf dem Gelände befindet sich ein tonnenförmiger Tempel, dessen Grundfläche sich gegenüber dem Dach verjüngt.

Shamanen-Zeremonien und Opfergaben wurden auf dem Dach vorgenommen. Hauptsächlich Tier- und Nahrungsopfer wurden in einen runden Schacht im Zentrum des Tempels dargebracht. Außerdem gibt es am gegenüberliegenden Ende der Mauer einen Turm mit „D“-förmiger Grundfläche – hier wurden ausser Tieren auch Menschen geopfert.




Auf dem Gelände sind etwa hundert Rundhäuser angeordnet, welche bis zur Schulterhöhe gemauert waren, ausgestattet mit Zierfriesen und zurückgesetztem Dachsims.

An einem rekonstruierten Haus war das typische, steile, Strohdach zu sehen. Kuelap in seiner Lage, Funktion und Umgebung ist absolut beeindruckend. Nach 4 Stunden kehren wir mit Seilbahn und Bus ins Tal zurück, wo uns Lizzy schon sehnlichst erwartete. Leider konnte sie nicht mitkommen, da hier die Mitnahme von Tieren in der Seilbahn nicht erlaubt ist. Wir fahren weiter nach San Bartolo, wo wir die Revash-Grabhäuser besichtigen wollen. Nach der Fahrt über die, mit Schlaglöchern übersäte, enge Teerstraße geht es rechts ab und auf einer Dirtroad durch ein kleines Dorf und dann steil hinauf in die beeindruckende Bergwelt, vorbei an zwei großen Steinbrüchen. An der Plaza von San Bartolo parken wir, um uns nach einem Stellplatz für die Nacht zu erkunden und Tickets für die Besichtigung der kuriosen, in die Felswand gemauerten Grabhäuschen zu erstehen. Unweit der Plaza befindet sich der Dorfanger, der ausreichend Platz für zwei Reisemobile in unserer Größe bietet. Wir können die Baños bei der Touristinfo benutzen. Wir parken unsere Fahrzeuge und machen uns auf den 4 km langen Weg zu der Felsformation Revash.


Diesmal ist Lizzy mit von der Partie und sie spielt für uns den Wander-Aussenborder. Nahe bei den Felsen wird der Weg immer schmaler und man ist gut beraten, die Schritte vorsichtig zu setzen.


Von einem Aussichtsturm in Leichtbauweise machen wir die besseren Fotos, da dieser sich auf einer Plattform befindet, die nicht so nahe an den Felsen gelegen ist. Wir haben Glück mit der Abendsonne und das tägliche Nachmittagsgewitter kommt heute wohl erst in der Nacht. Wir genießen noch den Rundum-Bergblick und machen uns auf den Rückweg, der uns allen gegen Ende recht Mühe macht. HiFi kocht uns feine Spaghetti an Danish-Blue-Käsesauce zu der wir eine Flasche chilenischen Maipo geniessen.

Montag Morgen 02.10.2017 Dorfanger in San Bartolo-Revash
Montag Abend 02.10.2017 Festplatz oberhalb Las Balsas

Um neun machen wir uns auf den Weg zurück zur Teerstraße. Steinbrucharbeiten zwingen uns zu einer halbstündigen Pause. Unser nächstes Ziel ist Leymebamba. Hier gibt es ein umfassendes Museum über die Mumienbestattung der Chachapoyas-Indios. Das Anwesen ist sehr gepflegt und die Ausstellungsgebäude und -hallen werden professionell betreut. Wir nehmen uns Zeit für die Exponate und Schautafeln. Die Mumien der Verstorbenen wurden einbalsamiert und gewickelt und in Grabhäusern, wie Revash mehrstöckig beigesetzt. Nach Café und Kuchen geht es dann zurück zu den Fahrzeugen. Die weitere Fahrt führt uns über hohe Pässe von bis zu 3200 müM.

Unterwegs schauen wir uns nach möglichen Übernachtungsplätzen um. Gegen Abend wird es in den Bergen aber sehr windig, sodaß wir uns entscheiden ins Tal bei Las Balsas abzufahren. Las Balsas wird beherrscht von einer großen Brücken-Baustelle. Das Städtchen erstickt im Staub der Baumaschinen und Lastwagen. Also durchqueren wir es zügig und nehmen die nächste Steigung in Angriff. Nach 5 km folgt ein verlassender Festplatz, welcher auf iOverlander als sicherer Übernachtungsort empfohlen wird.



Das Rundumpanorama in der Abendsonne ist famos. Nach dem Feierabendbier und einem gemeinsam zubereiteten Abendessen wird es auch schon dunkel.

Dienstag Morgen 03.10.2017 Festplatz oberhalb Las Balsas
Dienstag Abend 03.10.2017 Hazienda San Antonio Cajamarca

Nach dem Zusammenräumen setzen wir die Bergfahrt fort. Auch heute belohnt uns das Wetter mit der Sicht auf wunderschöne Berglandschaften. Baumgrenzen, wie in Europa gibt es hier nicht. Ab etwa 3000 müM und dem Fehlen der Bäume setzt sich die grüne Vegetation fort. Hier haben die Bergbauern Platz für das Bestellen von Feldern; man sieht bewirtschaftete Flächen in unglaublichen Hanglagen. Nach zwei weiteren Berg- und Talfahrten wollen wir uns in Celedin am Bankomaten mit peruanischen Soles versorgen, um unseren Tank zu füllen. Auf dem Land akzeptieren die meisten Tankstellen keine Kreditkarten. Leider ist der Geldautomat nicht auffindbar – wahrscheinlich gab es ihn nie. Also setzen wir nach einem Fruchtsaft und einem Stück Kuchen unsere Fahrt nach Cajamarca fort. Unterwegs besuchen wir noch das Städtchen Pollac, welches mit einer Mosaikkirche im Barockstil aufwartet. Italienische Handwerker und Studenten haben dieses erstaunliche Bauwerk für die Kirchengemeinde erstellt.





Ein wirklich lohnender Halt für eine tolle handwerkliche Arbeit. In Cajamarca wollen wir für ein paar Nächte auf der Hazienda San Antonio entspannen und zwischendurch unsere Ausrüstung pflegen. Nachdem wir den Platz besichtigt und reserviert haben, machen wir uns auf den Weg zum Centro Vea, einer großen Einkaufs-Mall, wo wir nach dem Besuch von Starbucks und Nutzung des WLAN unsere Lebensmittelvorräte auffüllen. Auf dem Heimweg bringen wir unsere Schmutzwäsche in eine Lavanderia, welche uns die Dame an der Rezeption empfohlen hat.

Mittwoch 04.10.2017 Hazienda San Antonio Cajamarca

Am späteren Vormittag fahre ich mit HiFi zum großen Maestro-Baumarkt. Er benötigt Material für einen weiteren Schubladenauszug in seiner Inneneinrichtung. Ich brauche Schrauben und Muttern für die Arretierung des Bettes, welches bei den Fahrten über die schlechten Naturstraßen nach hinten rutscht. Das bedingt, daß sich Kissen und Nachtwäsche hinter die Matratze schiebt und ich bei der Ankunft jedesmal zuerst alles ausräumen muss, um dann das Bett wieder in die Ausgangsstellung zu bringen. Eigentlich wollten wir nach dem Abholen der Wäsche noch irgendwo eine Pizza essen gehen, aber unsere Arbeiten dauern länger, als gedacht. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant der Hazienda ein. Die Küche ist gut und die Chefin fragt mich sogar, wie ich das Steak gebraten haben möchte. Seit den USA habe ich das nicht mehr erlebt. Das Fleisch ist dieses Mal wirklich weich; auch die Papas Fritas und der Salat sind sehr gut.

Donnerstag 05.10.2017 Hazienda San Antonio Cajamarca

Heute kommen Ruedi und Elvira aus Zürich an. Sie haben auch einen Landrover mit Aufstelldach und sind Freunde von Caro und HiFi. Wir verstehen uns gut und sitzen am Abend lang zusammen bei Wein und Cuba Libre und tauschen Reiseerlebnisse aus.
Es ist ein richtig gemütlicher Abend – eigentlich schade, daß sie morgen nicht mit uns weiterfahren.

Hosteria Izhcayluma Vilcabamba, Peruanische Grenze Balsas, Gran Hotel San Ignacio, CP El Dragon del Marañon Bagua/ Peru, Hostal El Gallitos de Las Roccas Gocta/ Peru

Montag 25.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba/ Ecuador

Nach dem Frühstück mache ich auf der Aussichtsplattform der Hosteria noch ein paar Fotos der umliegenden Berglandschaft. Dies ist wohl einer der schönsten Plätze, welche ich bisher in Südamerika besucht habe. Vielen Dank Marc und Naty in Quito für den Tip. Wir lassen den Tag ruhig angehen. Abends nehmen wir uns ein Taxi nach Vilcabamba und kehren beim Mexikaner an der Plaza zu einer Pizza ein. Zurück an der Hosteria beschließen wir den Tag. Morgen wollen wir spätestens um halb neun abreisen.

Dienstag Morgen 26.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba/ Ecuador
Dienstag Abend 26.09.2017 Gran Hotel San Ignacio/ Peru

Nach dem Frühstück im Restaurant bezahle ich meine Rechnung. Bei den Fahrzeugen machen wir noch ein paar Erinnerungsfotos und bereiten uns für die Abreise vor.



Zuerst fahren wir aber in entgegen gesetzter Richtung zurück, um unsere Tanks nochmals mit billigem ecuadorianischem Diesel zu füllen. Die Fahrt durch die Berge dauert etwas mehr als 4 Stunden. Die letzten 50 km nach zur peruanischen Grenze nach Balsas führt über eine rauhe Naturpiste und zweimal ist die Allraduntersetzung für die steilen Anstiege Gold wert. Am Grenzübergang angekommen, erledigen zuerst HiFi und Caro ihre Migration. Alles scheint problemlos und schnell vonstatten zu gehen. Bei mir sieht das allerdings wieder mal ganz anders aus. Es stellt sich heraus, das der Migrations-Beamte in Rumichaca für den Eintrag von Lizzy in meinem Reisepass den falschen Stempel erwischt hat. Er mir ausser dem Einreise-Stempel auch noch einen Ausreise-Stempel für Rumichaca verpasst. Faktisch befinde ich mich also gar nicht mehr in Ecuador; also verweigert man mir den Ausreise-Stempel. Man fordert mich auf mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Rumichaca zurückzukehren und den Stempel annullieren zu lassen. S’Gritli müsste ich hier lassen, da das temporäre Importationspapier bereits für die Ausreise abgestempelt wurde. Die Situation ist total verfahren und ich entscheide mich erneut die Deutsche Botschaft(diesmal in Quito/ Ecuador) einzuschalten. Man mach mir wenig Hoffnung. HiFi und Caro haben mir zwischenzeitlich sehr geholfen und fragen immer wieder bei den ecuadorianischen Migrationsbeamten nach, die nach einiger Zeit einwilligen mich ohne Stempel durch die Schranke zu lassen. In Peru treffe ich auf einen verständnisvollen Grenzer, der mir die Peru-Einreise auch ohne Stempel von Balsas/ Ecuador bewilligt. HiFi und Caro haben währendessen in einem Restaurant gegenüber gewartet. Das Hallo ist groß, als ich mit dem Stempel im Pass zu ihnen stoße. Während wir ein kühles Getränk genießen, stößt Tomaš aus Slovakien zu uns. Er möchte mit uns bis nach San Ignacio mitfahren. Er sieht etwas verwildert aus, aber nach meinem eigenen Glück bin ich in Geberlaune. Er reist seit 5 Monaten nur mit Flugzeug und Bus. Seinen schweren Rucksack legen wir hinten in die Kabine, er setzt sich auf den Beifahrersitz. Lizzy legt unterwegs ihre Pfote auf seine Schulter. In San Ignacio geht es zuerst zum Geldautomaten. Keiner von uns hat ausreichend peruanische Soles. Tomaš reist mit dem Bus weiter nach Kuelap. Das haben wir auch auf unserem Plan, aber dazwischen liegen zwei weitere Stationen.

Im örtlichen Gran Hotel werden wir freundlich aufgenommen und verbringen, nach einem guten chinesischen Essen im Hotelrestaurant, eine ruhige Nacht in unseren Fahrzeugen auf dem Hotelparkplatz.

Mittwoch Morgen 27.09.2017 Gran Hotel San Ignacio/ Peru
Mittwoch Abend 27.09.2017 Camping El Dragon del Marañon

Nach dem selbst gemachten Frühstück im Gritli machen wir uns auf den Weg Richtung Jaen. Hier wollen wir im Home-Markt einiges Reparaturmaterial besorgen und unsere Lebensmittelvorräte auffüllen. Als das erledigt ist, fahre ich zurück in die Stadt um eine SOAT-Versicherung zu besorgen. HiFi und Caro fahren schon voraus zu dem gemeinsam ausgesuchten Übernachtungsort Camping El Dragon del Marañon nahe Bagua. Bürogänge in Südamerika dauern naturgemäß etwas länger. Aber nach etwa einer Stunde bin auch ich wieder auf Kurs. Die letzten 10 km führen über eine Naturstraße. Der Platz, welcher von einem Deutschen geführt wird, ist sehr staubig und der Wind bläst stark. Wir grillen am Abend Würstchen auf dem Gasgrill. Dazu gibt’s Brot und Zaiziki. Die Sanitäranlagen sind unter freiem Himmel und auch sonst sehr „speziell“. Die Summe der Eindrücke läßt uns am nächsten Morgen leichten Herzens weiterfahren.

Donnerstag Morgen 28.09.2017 Camping El Dragon del Marañon
Donnerstag Abend 28.09.2017 Hostal El Gallitos de Las Roccas Gocta/ Peru

Auf dem Weg zurück zur Asphaltstraße und dem Überqueren einer Brücke höre ich ein ungewöhnliches Rattern und fahre an den rechten Rand um die Befestigung der Kabine zu überprüfen. Beim Aussteigen stelle ich fest, daß S’Gritli schräg steht. Das rechte Hinterrad ist platt. Zum Glück habe ich HiFis 2. Walky-Talky dabei und kann die beiden bitten, umzukehren. Der Airjack-Wagenheber kommt nun zum erstenmal am Gritli zum Einsatz. Nach etwas Tüfteln und mit HiFis Hilfe können wir das Ersatzrad montieren. Nach etwa 10 km auf der Teerstraße kann ich bei einem Vulcanizado-Reifendienst das Rad für günstige 20 Soles(etwa € 5.00) reparieren lassen. Die weitere Fahrt führt uns durch beeindruckende Bergmassive zu unserem Ziel in Gocta. Hier wollen wir morgen den Zugang zur 770 m hohen Cascada de Gocta erwandern. Am exklusiven Hotel Gocta gibt es keine Möglichkeit für uns zu übernachten, aber direkt am Hostal des Nachbarn finden wir zwei schöne Rasenplätze. Hier gibt es saubere Baños und eine Dusche. Die Dusche ist leider kalt – aber da müssen wir durch!

Freitag 29.09.2017 Hostal El Gallitos de Las Roccas Gocta/ Peru

Heute haben wir Glück mit dem Wetter. Gestern hatte es noch stark gewittert und es hatte den Anschein, als würden sich die Regenwolken zwischen den Berggipfeln festsetzen. Aber schon in der Nacht ließ der Regen nach und am Morgen können wir schon ein paar blaue Flecken am Himmel erkennen. Wir richten Bergschuhe, Rucksack und Regenkleidung und machen uns auf den Weg. Gestern mußte ich für Lizzy ein provisorische Halsband richten, da sie auf einer benachbarten Weide Alpacas besucht hat.





Dazu mußte sie wohl unter einem Stacheldrahtzaun durch und hat dabei wohl das Teil verloren. Heute läuft sie vorbildlich an der Leine und schaut sich auch immer wieder um, ob wir alle noch beisammen sind. Am Nachmittag kommt eine nette Dame vorbei. Sie heißt Angelika und ist aus Zell im Wiesental. Mit 20 ist sie ausgewandert. Nun wohnt sie mit ihrem peruanischen Ehemann ein halbes Jahr in Lima, die andere Hälfte in Miami/ Florida, wo sie ein zweites Haus besitzen. Am Abend regnet es heftig. Wir haben Besuch von einem peruanischen Ehepaar, welches mit einem Enduro-Motorrad angekommen ist und im Hotel Gocta nächtigt. Im strömenden Regen geben sie uns Tips für unsere Peru-Reise. Das Nachtessen, ein asiatisches Nudel-Fleischgericht schmeckt anscheinend allen. Dazu gibt es einen feinen Rotwein.

Samstag Morgen 30.09.2017 Hostal El Gallitos de Las Roccas Gocta/ Peru
Samstag Abend 30.09.2017 Estancia El Chillo Nuevo Tingo/ Peru

Um halb acht sind wir abfahrbereit. In Chachapoyas will ich für Lizzy ein neues Halsband besorgen. HiFi und Caro benötigten Brennspiritus für ihren Kocher. Für Café und Kuchen kehren wir in einer Cafeteria ein. Nachdem die Besorgungen erledigt sind – ich habe sogar eine Auszugsleine für Lizzy bekommen – begegnen wir auf dem Rückweg zu den Fahrzeugen einem Französisch-Kanadischen Ehepaar, welches wir gestern auf der Wanderung zum Wasserfalll getroffen haben. Unser Weg führt uns weiter nach Kuelap, wo wir die Ruinen der Kultstätte mit der Teleferico erkunden wollen. Heute ist es aber schon zu spät. Für die Übernachtung suchen wir uns in iOverlander die Estancia El Chillo in 11 km Entfernung, eine sehr schöne Anlage neben einem ehemaligen Balenario gelegen. Renato, der Besitzer, zeigt uns das Anwesen und unsere Stellplätze. Auf seine Nachfrage hin, entscheiden wir uns, das Abendessen in seinem schönen Speisesaal einzunehmen. Die Frage, was es denn gäbe, beantwortet er mit: „Un surpreso“ – eine Überraschung also. Unsere einzige Bedingung ist, daß er uns nach dem Essen einen Pisco Sour serviert, der eine der Spezialitäten seiner Schwester ist, welche die Küche unter sich hat. Um halb acht soll das Essen für uns bereit sein. So haben wir etwa noch 2.5 Stunden zum Chillen, Lesen und Block schreiben. Renato und sein Kollege haben wohl noch versucht ein paar Forellen im nahegelegenen Fluss zu fangen, was offenbar misslang. Es gibt eine feine Gemüsesuppe und anschließend ein Rindfleisch-Gemüse-Ragout mit Kartoffelspalten. Alles schmeckt vorzüglich, aber die Krönung ist der Pisco-Sour – erfrischend, belebend, eiskalt. Wir gehen bald ins Bett, da wir morgen um acht zurück an der Seilbahn sein wollen.

Hostal La Iguana Ayampe, Camping Bosque Protector Cerro Blanco Guayaquil, Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Sonntag Morgen 17.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe
Sonntag Abend 17.09.2017 Camping Bosque Cerro Blanco Guayaquil

Nach dem Strandbesuch mache ich mich ans Zusammenräumen.


Es braucht seine Zeit und als dann alle verabschiedet sind und ich S’Gritli starten will, macht es nur „klick“. Die Batterie ist leer. Heinz aus Frankfurt, der jetzt mit seiner Familie in Salinas lebt und das Wochenende im La Iguana verbringt, gibt mir Starthilfe. In Salinas habe ich einen Supermaxi gefunden, wo ich meine Vorräte auffülle. Als ich gerade das Trockenfutter von Lizzy vom Fahrersitz zusammenklaube, fährt der schwarze Defender von HiFi und Caro auf den Parkplatz. Wir haben uns in der Finca Sommerwind kennengelernt, von wo aus sie in den ecuadorianischen Dschungel gefahren sind. Unsere Unterhaltung dauerte nur kurz, da ich ja zurück zur kolumbianischen Grenze fahren mußte, um meine temporäre Einfuhrerklärung für S’Gritli nachzuholen. Sie haben sich für heute Abend schon ein Zimmer in einem kleinen Hotel reserviert und wollen morgen auch in Richtung Vilcabamba weiterfahren. Ich habe mich für eine weitere Nacht auf dem Campingplatz vor Guayaquil den Bosque Cerro Blanco entschieden. Als ich ankomme und mich eingerichtet habe, kalkuliere ich die Entfernung nach Vilcabamba – das sind doch noch 438km! Ich war der Meinung dies wären nur noch knapp 300.

Montag Morgen 18.09.2017 Camping Bosque Cerro Blanco Guayaquil
Montag Abend 18.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Schon um halb acht sind wir auf der Stadtautobahn nach Guayaquil. Bei der Stadtumfahrung hat Maps.me grössere Probleme. Vor einem Tunnel soll ich wenden und nach der Durchfahrt und dem Richtungswechsel am Kreisel fahre ich zurück durch den Tunnel, aber vor der Einfahrt fordert Cameron(Ansagedame) mich erneut zum Wenden auf. Nach der Durchfahrt schalte ich dann den Ton ab und suche mir meinen Weg durch die Innenstadt. Ich verliere mindestens eine halbe Stunde. Die weitere Fahrt führt auf der E25 über Naranjal und Machala, dann weiter auf der E50 über Balsas, Catamayo und Loja nach Vilcabamba.


Unterwegs gibt es bei Machala einen weiteren GPS-Lapsus. Hier treffen mehrere 4-spurige Autobahnabschnitte aufeinander, welche aber nur teilweise in Betrieb genommen wurden. Die Zufahrten waren erst nach mehrmaligem Abfahren der Umgebung zu finden. Das hat wohl eine weitere Stunde gekostet. In Loja hänge ich mich hinter einen Überlandbus. Da es bereits dunkel ist, führt mich dieser um die unsichtbaren Schlaglöcher. Bei der Ankunft an der Hosteria Izhcayluma sehe ich den sandbeigen Iveco von Toni und Nelly auf dem Parkplatz. Ich parke provisorisch und klopfe bei den Beiden. Die Wiedersehensfreude ist groß. Sie laden mich spontan zu einem Glas Rotwein ein. Dann muß ich mich beeilen, da ich hoffe, im Hotel die deutsche Küche genießen zu können. Ryk an der Rezeption hat die gute Botschaft, daß die Küche bis 21:00 Uhr geöffnet ist. So komme ich in den Genuss eines ausgezeichneten bayrischen Gulaschs. Zurück am Gritli darf erstmal Lizzy Gassi gehen, währenddessen ich die Kabine für die Nacht vorbereite. Strom und Abwasser werde ich dann morgen installieren.

Dienstag 19.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Ich habe mich zum Frühstück angemeldet. Zuvor mache ich einen Erkundungsgang über die schöne Anlage.







Es gibt warme Duschen, Strom und Trinkwasser. Hinter der Frühstücksterrasse gibt es eine große Bar und daneben einen, aus großen Kieseln gemauerten, Pool. Der Rundumblick auf die hohen Berge ist famos. Wir sitzen zum Klönen zusammen. Lizzy hat Toni und Nelly gleich wiedererkannt und dementsprechend begrüßt. Da das Wetter zwar etwas windig, aber schön ist, haben wir die Outdoorstühle herausgenommen. Am Abend gehe ich zum Essen ins Restaurant. Nelly und Toni wollen am Donnerstag weiter. Sie werden den nächsten Zollübergang nach Peru in 116km Entfernung nehmen. Sie haben sich vorgenommen den Amazonas bis zur Atlantikküste zu erkunden. Schon mehrfach waren sie in Südamerika unterwegs und haben den Großteil meiner Strecke schon bereist.

Mittwoch 20.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Zuhause geht es gut – ich habe kurz mit Andrea telefoniert. Lizzy lasse ich unbeaufsichtigt durch die Büsche streifen. Nach einer halben Stunde kommt sie spätestens zurück. Beim Startversuch streikt die Batterie. Toni bietet sich an nachzusehen. Meine wartungsfreie Batterie entpuppt sich als nachfüllbar. Die Wassereinfüllkappen sind unter Abdeckflächen verdeckt. Mit meinem Ladegerät und Tonis Inverter für 220 Volt laden wir die Batterie nach dem Auffüllen der Akkukammern. Wir füllen normales Leitungswasser auf, was sicherlich auf Dauer nicht gut wäre, aber es reicht ja, wenn sie bis zum Kauf einer neuen funktionieren würde. Der Startversuch glückt dann auch. Ich erzähle Toni von meiner defekten Klimaanlage und Toni nimmt sich selbstlos auch diesem Problem an. Er entdeckt, dass das Kabel zur Magnetpumpe keinen Stromdurchlass hat. Er überprüft die ganzen Sicherungen, aber der Fehler scheint komplizierter zu sein. Abends gehen Nelly, Toni und ich zum Schnitzelessen ins Restaurant. Das Essen ist sehr gut. An der Rezeption frage ich Ryk nach einem Klimaanlagen-Fachbetrieb in der Nähe, worauf er mich bittet, morgen Dieter, den Chef, zu fragen, der mir sicher eine Empfehlung geben kann. Relativ früh gehen wir zu unseren Fahrzeugen zurück. Toni und Nelly wollen ja morgen zur peruanischen Grenze weiterfahren.

Donnerstag 21.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Ich verabschiede mich von Nelly und Toni. Wir hoffen auf ein Wiedersehen. In naher Zukunft ist es eher unwahrscheinlich, da sich unsere geplanten Routen vorerst nicht mehr kreuzen werden.




S’Gritli hätte eine Wäsche dringend nötig. Aber alles zusammen zu räumen, um eine Lavandero in Vilcabamba anzufahren, ist mir zu aufwändig. Kurz entschlossen, spritze ich das Gröbste mit meinem Wasserschlauch ab. Aber jetzt ist es erst recht ein Geschmier. Ich richte warmes Wasser, Schwamm und Autoleder und mache es richtig. Dieters Sekretärin hat freundlicherweise Juan-Carlos, einen Mechaniker und Kühlschrankspezialisten angerufen. Er kommt am frühen Nachmittag vorbei und schaut sich die Mazda-Klimaanlage an. Er hat eine Pumpe für das Frigengas dabei, aber er denkt, es wäre sinnvoller, zuerst die Elektrik zu untersuchen. Dazu möchte er einen befreundeten Autoelektriker dazunehmen. Juan-Carlos will mich morgen am Parque Central in Vilcabamba treffen, wo ich ihm dann zu seiner Werkstatt folgen werde. Er hat einen sehr guten, zuverlässigen Eindruck auf mich gemacht, der mich optimistisch stimmt. Heute sind Caro und HiFi aus Frauenfeld mit ihrem schönen, selbstausgebautem Landrover eingetroffen. Wir gehen gemeinsam zum Abendessen ins
Restaurant und lernen uns bei einem längeren Gespräch besser kennen.

Freitag 22.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Nach dem Frühstück räume ich die Kabine abreisefertig auf. Ich will gegen zehn nach Vilcabamba um vor dem Treffen mit Juan-Carlos noch notwendige Einkäufe zu machen.
Allerdings kommt in dem Moment J.-C. auf den Hof gefahren. Er würde gern schon am Vormittag mit der Reparatur beginnen, für den Fall, daß es noch irgendwelche Ersatzteile zu besorgen gibt. Ein halbe Stunde später bin ich Parque Central. Gegen zwölf erscheint dann Darvin, der Autoelektriker. J.-C. hat in der Zwischenzeit schon die Sicherungen überprüft und die Kühlgaspumpe vorbereitet. Daß das Kabel zur Klimamagnetpumpe kein Signal hat, hatte ja Toni schon festgestellt. Darvin hatte das Kühlaggregat, welches ja in Baranquilla ersetzt wurde, vom Beifahrerfussraum aus überprüft. Als er mich bittet zu starten, höre ich wieder schreckliche Klick vom Anlasser.
Ich entscheide, daß jetzt der Zeitpunkt ist, um eine neue Batterie zu besorgen. Darvin meint zwar, daß mit dem Anlasser etwas nicht stimmt. Da wir das ohne Saft auf der Batterie nicht prüfen können, laufe ich los zum Autoteilehändler in der Nachbarschaft. Zwischenzeitlich hat Darvin begonnen den Anlasser auszubauen. Er stellt fest, daß dieser enorm durch Abriebstaub verdreckt ist und dringend einer Reinigung bedarf. Er nimmt das Teil total auseinander, um es anschließend mit Benzin und Druckluft auszuwaschen. Es ist Mittagszeit, welche ich für meine Lebensmitteleinkäufe nutze. Anschließend montiere ich die neue Boschbatterie, während Darvin den Anlasser wieder zusammenbaut und montiert. Nun gelingt der Startversuch problemlos. Juan-Carlos hat währenddessen das Kühlgas aufgefüllt und die Dichtigkeit der Schläuche und des Kühlers mit Seifenlauge auf Undichtigkeit überprüft. Nun scheint die Klimaanlage wieder korrekt zu funktionieren, wobei J.-C. einräumen muß, daß sich das schnell wieder ändern kann, wenn es tatsächlich ein verstecktes Leck gäbe. Um halb vier bin ich zurück an der Hosteria und richte mich neu ein. Lizzy lasse ich frei; sie macht sich auch gleich aus dem Staub. Naja, sie war einige Stunden in der Kabine und mußte ihren Bewegungsdrang unterdrücken. Ich setze mich zu Caro und HiFi und bewundere ihren schönen Landrover, welchen sie perfekt zum Camper ausgebaut haben. Später gehen wir gemeinsam zum Abendessen ins Restaurant und beschließen den Tag bei einem Pilsener.

Samstag 23.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Nach dem Frühstück erkundige ich mich an der Rezeption nach den Karten für die Izhcayluma-Wanderwege. Es kommen zwei in Frage: Der Izcayluma-Loop mit 5 Schwierigkeitsgraden und 5 Stunden Wanderzeit und der San-Jose-Trail mit 2 Schwierigkeitsgraden und 3 Stunden Wanderzeit. Das Wetter ist am Vormittag bewölkt und windig, sodaß ich das Vorhaben auf morgen vertage. Caro hat mir die Adresse eines deutschen Ehepaares in Argentinien gemailt, welches die Autoversicherung für ganz Südamerika im Paket vermittelt. Nach der Auflistung der Fahrzeugdaten und anfertigen von Fotos des Fahrzeugs sowie der nötigen Papiere schicke ich meine Anfrage gleich weg und hoffe, daß die Antwort noch vor meiner Abreise eintrifft.


Wahrscheinlich werde ich die leichtere Route wählen. Abends gehe ich alleine ins Restaurant, da Caro und HiFi ihr frisches Gemüse aufbrauchen müssen. Sie machen sich einen Brokolli-Kartoffelauflauf. Ich habe Lust auf die Spaghetti-Bolognese, welche mir gestern schon ins Auge gestochen sind. Ich setze mich an den Tisch von Dieter und Ryk, an deren Tisch auch Heike aus Graz in Österreich sitzt. Sie ist Lehrerin an der Deutschen Schule in Cuenca und wartet auf ihre 4 Kollegen, welche im Laufe des Abends noch ankommen werden. Sie hat S’Gritli unten stehen sehen und folgert, daß es wohl mir gehören könnte. Wir unterhalten uns über den Verlauf meiner bisherigen und weiteren Reise Sie ist sehr interessiert und nahezu begeistert. Heike ist voraussichtlich für ein Jahr in Cuenca und wird wohl nach Graz zurückkehren. Es ist ein gemütlicher Abend. Heike interessiert sich für die Ausstattung meiner Wohnkabine; ich biete ihr an, daß sie sich diese morgen Vormittag ja mal ansehen kann. Zurück am Wohnmobilplatz trinke ich mit Caro und HiFi noch ein Schlummerbier.

Sonntag 24.09.2017 Hosteria Izhcayluma Vilcabamba

Nach Frühstück und Duschen mache ich mich an das Richten des Wanderproviants. Ich habe mich für den leichteren San José Trail entschieden. Meine Nachbarn wollen heute noch ihren Blog ergänzen. Nach einer kurzen Strecke an der Fahrstraße Richtung Vilcabamba geht es rechts ab. Zuerst auf einer Naturstraße und dann durch ein trockenes Flussbett geht es zur Finca Azul, wo unser Weg auf eine steilansteigende, ungeteerte Fahrstraße trifft. Dieser folgen Lizzy und ich etwa eine Stunde bis ihr Verlauf flacher wird und vor einer großen Finca nach links abschweift. Nun ist es fast schon ein Höhenweg mit schönen Panorama-Ausblicken.






Wir sehen einige Fincas reicher Leute, welche aber weit auseinanderliegen. Nach einem schönen, noch recht neuen Haus mit Bogenfenstern und Wiederkehrdach, geht der Weg bergab über einen Hohlweg, welcher sich über einen brandgerodeten Hang zieht. Dieses Feuer habe ich vor einigen Tagen vom Stellplatz aus gesehen, aber daß es so eine Riesenfläche ist, konnte man von der Hosteria aus nicht erkennen. So ein Wald- und Wiesenfeuer läßt den Echsen, Schlangen und Kleinnagern keine Chance. Auch scheint man die Ausbreitung nicht im Griff zu haben. Angrenzende Holzzäune und am Boden verlegte Wasserleitungen wurden beschädigt. Nach einem halbstündigen Abstieg nach Vilcabamba genehmige ich mir einen Capuccino und ein Stück Schokoladenkuchen. Mmmhh – sehr fein. Anna, die holländische Bedienung des Nachbarrestaurants hat einen Narren an Lizzy gefressen; sie knuddelt und schmust mit ihr, daß es der aufgeschlossenen Kleinen schon etwas zu viel wird. Mit einem Pickup-Taxi geht es zurück zur Hosteria Izhcayluma für günstige $ 1.50. Wir machen es uns hinten auf der Pritsche bequem und geniessen den Fahrtwind. Am Abend gehen HiFi, Caro und ich wieder gemeinsam zum Abendessen ins Restaurant.

Finca Castillo Altura San Juan, Bosque Protector Cerro Blanco Guayaquil und Hostal La Iguana Ayampe/ Ecuador

Samstag Morgen 09.09.2017 Finca Castillo Altura San Juan
Samstag Abend 09.09.2017 Bosque Protector Cerro Blanco Guayaquil

Zwanzig nach sechs stehen wir auf. Nach dem Frühstück, Zusammenräumen und Wasserfüllen sind wir abfahrbereit.

Es ist genau zehn Uhr, als ich mich bei den Bauersleuten verabschiede und ich denke, mal wieder: typisch deutsch! Erschreckend pünktlich! Lizzy spielt noch etwas mit Moa, der schwarzen Labradorhündin. Sie ist angebunden, weil sie immer vor zur Strasse läuft und für Aufregung sorgt. Als wir auf der Strasse zum Chimborazo-Naturpark sind, ist von Lizzy nichts mehr zu hören. Sie hat sich hinten auf ihre Matraze gelegt und schmollt. Das Abschiednehmen liegt uns beiden nicht. Nach 20 km steht ein junges Paar an der Strasse und bittet mitgenommen zu werden. Die beiden sind aus Italien und wollen nur einen Kilometer weiter zu einem Restaurant, wo sie im nahegelegenen Canyon klettern wollen. Die junge Frau nimmt mit den Taschen und Rucksäcken in der Kabine Platz. Er zwängt seine Füße vor den Beifahrersitz, wo sich Lizzys Wasser- und Futternapf, sowie der Abhallbeutel befinden. Auf der E35 geht es durch die Kordillieren von Bulubulu. Unterwegs machen wir den einen oder anderen Stopp für Fotos.





An einer steilen Talfahrt auf einer Naturstrasse machen wir neben einer Serpentinen-Kurve Mittagspause und verzehren einen Teil der Brötchen, welche mir Juan geschenkt hat.


16 Kilometer nach Guayaquil finden wir den Bosque Protector Cerro Blanco. Das ist ein im Wald gelegener Naturpark, welchem ein Waldcamp angeschlossen ist.

Ich bin der einzige Camper, werde aber von 2 Guides mit Tips für die Weiterreise versorgt. Die Nacht ist sehr ruhig bei angenehmen Temperaturen. Es gibt hier Toiletten und Duschen. Heute essen wir die zweite Portion des gestern zubereiteten Pastagerichts.

Sonntag Morgen 10.09.2017 Bosque Protector Cerro Blanco Guayaquil
Sonntag Abend 10.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe

Um halb sieben lasse ich Lizzy raus. Anschließend bereite ich das Frühstück, bestehend aus Kaffee und den restlichen Brötchen mit Butter, Marmelade und Nutella, welches ich mit Lizzy teile. Um zehn Uhr verlassen wir das Camp. Im GPS habe ich das Ayampe Guest House eingegeben, welches mir gestern einer der Guides empfohlen hat. In Santa Elena finde ich einen Tia-Supermarkt, wo ich die nötigen Einkäufe tätigen kann. Dann geht es auf der Ruta del Spondylus an der Küste nordwärts. Wir durchfahren den früheren Hippyort Montanita. Der Guide hatte mir empfohlen hier für einen Kaffee zu halten und das Städtchen zu erkunden. Ich weiss nicht, ob es an dem trüben, nassen Wetter liegt, aber für einen Bummel ladet es mich nicht ein. Auf dem nächsten Bergrücken sehe ich schon den langen Sandstrand von Ayampe. Das Guest House hat keinen Platz für Camper. Chino, der Inhaber, empfiehlt mir im La Iguana nachzufragen. Dort bekomme ich einen Platz mit Strom und alles was dazugehört. Die Besitzerin ist aus Zürich und seit 1994 in Ayampe. Lizzy und ich erkunden zusammen den Strand.


Die Kleine übertreibt es wieder etwas mit Tempo und Spielen am Strand. Am Abend kommt sie hinten schlecht hoch – für den rechten Hinterlauf war es wohl etwas zuviel. Nach dem Strand gehen wir dann zu Café und Muffins ins Otra Ola, das Restaurant eines kanadischen Ehepaares auf dem Nachbargrundstück.

Montag 11.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe

Heute ist ein Regentag. Nach einem herzhaften Eier-Frühstück mache ich mit Lizzy einen langen Strandspaziergang. Der Tag vergeht mit Lesen und Mails beantworten. Gegen fünf machen wir uns erneut auf den Weg zum Strand. Hier ist Lizzy in ihrem Element. Sie sprintet über den Strand, spielt mit anderen Hunden und versucht gar nicht mal so kleine Krebse ? aus dem Sand zu buddeln. Zurück am Gritli, legt sie sich dann müde nieder. Im Tia in Santa Elena habe ich einen Danish Blue ? mitgenommen. Geschmelzt und mit Milch verdünnt gibt das eine herzhafte Sauce für die Spaghetti. Nach dem Abendessen vertiefe ich mich wieder in meinem Buch über Deutsch-Südwestafrika – ein alter Schinken aus einer anderen Zeit, aber spannend mit blumigen Landschaftsschilderungen. Morgen soll das Wetter etwas besser sein. Gegen Mittag soll es aufklaren. Vielleicht kommt sogar die Sonne ☀️ durch.

Dienstag 12.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe

Ich bin schon um sechs wach. Ein paar Sandfliegen und Moskitos plagen mich aus dem Bett. Die sandflies sind so klein, dass sie durch das Insektengitter passen, aber sie zwicken wie die grossen. Nach dem Duschen machen wir wieder unseren Standspaziergang. Wellenreiter ? sind in der Bucht. Sie surfen hauptsächlich im Weisswasser ? etwa 50 Meter vom Strand. Weiter draussen ist das Wasser unruhig und rauh – etwas für Könner. Lizzy spielt mit einem anderen Hund und ist plötzlich im Dickicht verschwunden. Ich schaue nach und rufe nach ihr. Schließlich gehe ich alleine zum La Iguana zurück – irgendwann wird sie schon auftauchen. So ist es dann auch. Sie kommt angesprintet, schaut aber nicht herein, sondern legt sich unters Auto und tut so, als würde sie schon seit Stunden dort liegen – ein raffiniertes Luder. Am Nachmittag habe ich im Dorfladen 2 Paprikas und, anstatt einer Aubergine, eine Salatgurke eingekauft. Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch sowie drei schöne Koteletts habe ich noch vorrätig. Das gibt ein schönes Ratatouille und Lizzy freut sich schon auf die Kotelettknochen. Sie hat sich mit einem sympathischen Paar aus den Vereinigten Staaten, Lindsay aus Washington und Ben aus Arkansas angefreundet, welche mit ihren Enduro-Bikes nach einem Galapagos-Trip weiter südwärts fahren wollen.

Mittwoch 13.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe

Nach dem Frühstück machen wir unseren Strandspaziergang. Surfer sind wieder auf der Jagd nach der schönsten Welle. Die Bedingungen sind am frühen Morgen ideal. Am Gritli sind ein paar Arbeiten zu erledigen. Dies sind Sachen, die abgedichtet oder geklebt werden müssen. Ich habe mir in Bogota eine Kartusche Sikaflex besorgt und mit dem Öffnen gewartet, bis es sich lohnt. Morgen werden wir uns dann südlich von Guayaquil einen schönen Platz suchen. Am Abend sitze ich mit Lindsey und Ben beim Bier zusammen; sie wollen morgen ostwärts in die Berge und erst dann nach Guayaquil zurückkehren, um einen Flug zu den Galapagos zu organisieren. Sie erzählen mir von der Isla La Plata, wo man für wenig Geld eine ähnliche Flora und Fauna, wie auf den Galapagos erkunden kann.

Donnerstag 14.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe

Nach dem Frühstück habe ich zuerst mal im Internet geschaut, wie man zur Isla de la Plata kommt. Ausflüge werden von Puerto Lopez aus angeboten; das ist gerade mal 20 km von hier entfernt. Als ich mit Lizzy vom Strandspaziergang zurückkomme, schaue ich bei Sandra an der Rezeption vorbei.



Sie will mir für morgen ein Ticket für den Ausflug besorgen. Ein Kollektivtaxi wird mich um viertel nach neun direkt hier am Hostal abholen. Lizzy vertreibt sich währenddessen die Zeit mit dem Dackelpaar Sandras der Schweizer Besitzerin.


Sandra, die Kolumbianerin, wird sich um Lizzy kümmern, wenn ich unterwegs bin. Idealer kann es nicht laufen.
Lindsey und Ben haben ihre Motorräder gepackt und sind abfahrbereit, doch zuvor macht Sandra noch ein Foto von uns.

Lizzy ist natürlich auch auf dem Foto im Mittelpunkt.

Freitag 15.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe

Richie, der Fahrer von Michalilla Tours ist pünktlich um neun Uhr am La Iguana. Er fährt fast die ganze Strecke mit Tempo hundert. Nur in den Ortschaften nimmt er etwas den Fuß vom Gas. Viviana bei Michalilla ist zuständig für die Belegung der Ausflugsboote. Nachdem ich bezahlt habe, bleibt noch Zeit für einen Café Tinto an einer der Strandhütten.

Bei meiner Rückkehr begrüsst mich mein Tour-Guide. Er will noch weitere Gäste abwarten. Nach einer Viertelstunde laufen wir zum Pier der Ausflugsboote.


Anscheinend wartet man noch auf ein verspätetes Collectivo und so wird es elf Uhr bis alle ihren Platz eingenommen haben und das Boot ablegt.


Das überdachte Ausflugsboot wird von zwei 150 PS starken Aussenbordern angetrieben und Capitano Tortuga lässt diese auch gleich jubeln. Für die Überfahrt zur Isla de la Plata sind eineinviertel Stunden angesetzt. Auf See weht ein starker Wind, die Wellen sind entsprechend hoch. Tortuga nimmt immer wieder kurz das Gas zurück, um die größten Sprünge zu vermeiden. Allerdings kann das nicht vermeiden, daß es einigen jungen Frauen schlecht wird, aber El Capitano schafft die Strecke in einer Stunde. Unterwegs sichten wir viele Buckelwale ?; erst aus größerer Distanz, dann begleiten sie uns paarweise kaum 30 Meter neben dem Boot.














Ein paar Seemeilen vor der Isla de la Plata verlangsamt Tortuga erneut das Boot. Er hat spielende Wale gesichtet, welche sich aus dem Wasser erheben und sich mit einer Riesenarschbombe ? zurückfallen lassen.











Wow – ich hatte ja auf Wale gehofft, aber somit hat sich die Tour eigentlich schon nach der Überfahrt gelohnt. Vor dem Strand liegen 3 Boote mit Fischern, welchen wir einen Besuch abstatten. Sie füttern die heimischen Tortugas(Schildkröten), welche sich unter der Wasseroberfläche das Futter schnappen. Die ganz neugierigen strecken auch den Kopf ins Freie und wünschen Nachschlag.






Nach ein paar schönen Schnappschüssen lässt uns Dune, unser Guide, die Schuhe und Socken ausziehen, sowie die Hosenbeine hochkrempeln. Es sind nur ein paar Schritte an den trockenen Sandstrand. Von hier aus unternehmen wir eine Inselwanderung, auf der uns Dune mit den teils endemischen Pflanzen und Tieren vertraut macht.



Die Isla de la Plata(Silberinsel) hat ihren Namen von dem Guano(Exkremente) der Vögel, welche ihre Brutplätze damit markieren. Diese weißen Flecken sind über die komplette Steilküste verbreitet und zusammen mit den, bei hohem Sonnenstand, weißen Stränden, kann der vorbeifahrende Schiffer schon mal auf die Idee kommen, es wäre Silber. Zahlreiche Fregattvögel nutzen die Aufwinde der Steilküste für ihre Segelkünste. Wir beobachten ein Blaufußtölpelmännchen auf dem Wanderpfad, wie es seine Angebetete mit Tanzeinlagen und Flügelspreizen zu beeindrucken versucht. Wenn er es übertreibt, wird er von ihr mit lautem Schnattern zurechtgewiesen. Sie ist größer und kräftiger als er – also muß er sich schon recht ins Zeug legen.









Es gibt hier auch eine Albatross-Aufzuchtstation, welche sich in einem Sperrbezirk befindet. Leider hatten wir keine Gelegenheit ihr außergewöhnliches fliegerische Können zu beobachten. Zurück am Boot lud man uns dann zum Lunch. Es gab Früchte und Sandwiches und Coca-Cola, anscheinend das Nationalgetränk jedes Süd- und auch Zentralamerikaners. Anschließend wurden Taucherbrillen und Schnorchel verteilt; für eine halbe Stunde haben wir Zeit das Riff der Felsküste zu erkunden. Ich sehe viele Fische mit einer leuchtend gelben Schwanzflosse, außerdem Schwärme von kleinen Fischen in Sardiniengröße. Auch die versteinerten Korallen am Fuße der Steilküste habe ich bewundert. Es ist schon nach fünf als El Capitano die Motoren startet.

In der Ferne sehen wir nochmals die Blasfontänen der Wale. Was für ein super Tag. Richie holt mich vom Michalilla Office ab und bringt mich sicher ins La Iguana zurück. Sandra, la Columbiana, hat sich rührend um Lizzy gekümmert. Sie hat ihr ein weiches Schaumstoffkissen neben S’Gritli gelegt und ihr das Futter, welches ich vorbereitet hatte, bereitgestellt. Auch ihr Herz hat Lizzy bereits erobert. Lizzy hatte heute Besuch von einem großen Iguana und hat sich anscheinend vorbildlich verhalten.

Da sich Lizzy von ihrem weichen Kissen gar nicht trennen mag, habe ich Zeit mir die zweite Portion „Danish Blue Spaghetti“ aufzuwärmen. Nach ein paar Seiten im Südwestafrika-Roman fallen mir dann nach einem ereignisreichen Tag die Augendeckel zu.

Samstag 16.09.2017 Hostal La Iguana Ayampe

Sandra hat gestern Abend meinen Rucksack und ein paar Handtücher zum Waschen entgegen genommen. Mir ist die Trinkflasche mit Pfirsichsaft im Rucksack ausgelaufen und das Zeug klebt wie Hölle. Ansonsten machen wir unseren obligatorischen Strandspaziergang und ich unterhalte Lizzy mit Ballspielen. Auch nimmt das Schreiben des Blogs einige Zeit in Anspruch. Morgen geht’s weiter in Richtung Salinas, wo ich mir für weitere zwei Nächte einen schönen Platz suchen werde. Vielleicht fahre ich anschließend zur Hosteria Izhcayluma bei Vilcabamba. Das ist ein schönes Hostal unter deutscher Regie im Dschungel; einen der beiden Brüder, Dieter, habe ich bei Gerd in Quito kennengelernt.

Castillo de Altura San Juan und Vulkan Chimborazo/ Ecuador

Mittwoch 07.09.2017 Castillo de Altura San Juan

Um halb acht bin ich aufgestanden. Heute gibts Toast zum Frühstück. Gegen zehn kommt Juan-Elias und fragt mich, ob ich für unsere Wanderung bereit bin. Ich packe gerade meinen kleinen Rucksack ?: warmer Pulli, Veste, Regenjacke und Trinkflasche.
Auch Juan Senior schaut vorbei. Juan-Elias lenkt den Wagen seines Vaters. Die Fahrt zum Naturpark ist kurzweilig. Immer wieder sieht man die Zuckerhutspitze des Chimborazo.



An den Hängen tummeln sich freilebende Vicunas; eine Gruppe Alpacas wird allerdings in einem Zaun gehalten. Am Tor zum Naturpark steigen wir aus und gehen in das Empfangshäuschen, wo man unsere Namen und Passnummern notiert. In einem angrenzenden Gebäude stellen Indigenas selbstgestrickte Schals, Handschuhe, Mützen und Pullover aus. Ich kaufe mir eine Strickmütze aus Alpaca-Wolle für 10$ – der Betrag kommt der indigenen Gemeinde zugute. Dann fahren wir mit dem Auto zur Carrel-Hütte auf 4800müM.



Diese ist modern eingerichtet. Den Bergwanderern steht ein grosser und ein kleiner Schlafsaal zur Verfügung. Natürlich gibt es eine Hütten-Küche, sowie Toiletten und Dusche. Wir ziehen uns die warme Kleidung an, legen einen 100er Sunblocker auf und machen uns auf den Weg, die restlichen 900m bis zur Wymper-Hütte auf 5040m zu bewältigen. Der hohe Sonnenschutzfaktor ist nötig, weil der UV-Index 16, ein 4-Faches des europäischen Durchschnittswerts beträgt.
Eigentlich ist es nur ein Katzensprung, aber die dünne Luft lässt einem gleich spüren, wenn man die Sache zu schnell angeht. Gruppen, die auf 5700müM aufsteigen, müssen zuvor 3 Tage auf der Wymper-Hütte zur Akklimatisierung bleiben.










Die ganze Tour, welche nur mit Führer und Vollverpflegung angeboten wird, kostet 400$. Ich gönne mir nur einen Kakao und ein Schokoladendonut. Man könnte sich auch einen Coca-Tee aufbrühen lassen. Nach einer Stunde steigen wir den gleichen Weg wieder hinunter – das ist weniger anstrengend. Wir haben sehr großes Glück mit dem schönen Wetter – es war ein rundum gelungenes Erlebnis. Zurück an der Finca Castillo de Altura lädt mich Juan zum Essen ein. Es gibt Thunfisch-Pasta und Bier. In launiger Runde stossen wir auf unsere Freundschaft an. Er und sein Sohn sind über die Maßen hilfsbereit und gastfreundlich, wie ich es bisher auf der ganzen Reise noch nicht erlebt habe. Auch Guillermo und seine Frau, die den Bauernhof mit Kühen, Pferden, Gänsen und Hunden bewirtschaften, sind sehr zuvorkommend. Später mache ich noch einen Spaziergang mit Lizzy zum nahegelegenen Rio. Die großen Kühe und Schafe sind ihr aber nicht ganz geheuer.

Donnerstag 08.09.2017 Castillo de Altura San Juan

Erst um acht komme ich aus den Federn. Lizzy schläft noch. Heute will ich mir ein Brot backen. Außerdem fang ich schon im Nachmittag an, das Gemüse für mein Abendessen zu rüsten. Am Vormittag gehe ich mit Lizzy bis zum Rand des Flusses.






Sie ist wieder recht nervös bei der Begegnung mit den Kühen und Schafen, auch wenn die hinter einem Zaun versorgt sind. Unten am Fluss treffen wir eine Indigena, die von der Feldarbeit nach Hause läuft. Nach dem Buenos Dias fragt sie auch gleich nach dem „Woher und Wohin“, ob ich spazieren gehe und warum ich denn alleine unterwegs wäre, ob ich denn keine Frau hätte. Erst denke ich: „Die ist aber ziemlich neugierig“, aber dann geht mir auf, dass es einem Touristen bei der Begegnung mit einer Bäuerin im Schwarzwald auch nicht anders ergehen würde. Am späteren Nachmittag schaut Juan am Gritli vorbei und entschuldigt sich, dass er heute in der Stadt zu tun hatte und ob ich alles hätte, was ich benötige. Er hat mir französisches Brot vom Bäcker mitgebracht. Nein, nein – das müsste ich nicht bezahlen. Am Abend kommt er dann mit Juan-Elias vorbei und bringt mir Obst. Juan sagt mir, dass sie noch nicht wüssten, ob sie morgen zu meiner Abreise zurück sein können, da sie das Wochenende normalerweise mit der ganzen Familie in Riobamba verbringen. Ich sage ihm, dass das für mich kein Problem ist, aber er soll mir doch bitte noch die Rechnung für die Übernachtungen machen. Entrüstet sagt er, aber wir wären doch jetzt Freunde und von Freunden würde er kein Geld annehmen. Die Beiden nehmen mich in den Arm und klopfen mir auf den Rücken. Ich bin total gerührt und weiß nichts zu erwidern. Was für bescheidene und großzügige Menschen!