Am Morgen des Montag, des 23. Oktobers erwachte ich erst gegen halb acht. Nach dem Frühstück und dem Zusammenräumen verabschiedete ich mich von Axel und Domenique. Von der White Beach wollte ich entlang der kalifornischen Küste zum Ziel San Francisco.
Ich plante einen Abstecher zum Point Reyes Lighthouse. Dies ist ein beliebter Ausflugsort auf der gleichnamigen, schmalen Halbinsel. Über Bodega, Freestone, Bloomfield und Tomales ging es zur Tomales Bay und weiter auf dem Highway 1 bis Inverness. Ich hielt neben der Straße, um ein Foto der wunderschönen, auf Pfählen errichten, Datcha eines Exilrussen zu machen.
Dort zweigt die Scenic Route, eine rauhe Teerstraße, zum Point Reyes ab. Je näher ich dem Kap kam, umso nebliger wurde es.


300 Meter vor dem Eingang des State Parks fand ich eine Parkbucht. Normalerweise hätte man hier Sicht auf die Sandstrände des Kaps – bei dem gegenwärtigen Nebel allerdings nicht. Beim Richten des Rucksacks erblickte ich direkt vor meinem Fenster eine kleine Gruppe Deers(Hirsche). Sie wurde angeführt von einem jungen Bock, der sich schwertat, sein Mädels beieinander zu halten.

Die Fotos sind von bescheidener Qualität, da der Nebel zwischenzeitlich in Fieselregen übergegangen war. Ich erwanderte das Kap und erreichte das Lighthouse über mehrere hundert Stufen.

Die alte Brennglas-Anlage war noch funktionstüchtig, allerdings nicht mehr im Betrieb. Ein Ranger erläuterte die komplizierte Spiegeltechnik. Dann folgte der Wiederaufstieg, der einige Schnaufpausen forderte.
Oben angekommen, besuchte ich noch die Fotoausstellung aus alten Tagen und machte mich dann wieder auf den Weg zurück zum Gritli. Auf der Springbockstraße erreichte ich Inverness und den Highway 1, welchem ich Richtung Bolinas folgte.

Nach Olema wand sich die Küstenstraße in schwindelerregende Höhen. Gut ausgebaute Parkbuchten ermöglichten einige Fotostopps.


Hier war ich anscheinend im Revier Sportwagen fahrender Yuppies unterwegs. Diese trauten sich waghalsige Überholmanöver zu und ich entschloss mich zur defensiven Fahrweise, um selbst heil anzukommen. In Stinson Beach hatte ich dann wieder Meeresniveau erreicht und bis Sausalito war es nicht mehr weit. Noch vor der Golden Gate Bridge folgte ich vor dem letzten Tunnel der Ausfahrt „Golden Gate Park Lookout“. Nach ein paar Fotos fuhr ich zurück und überquerte die Golden Gate Bridge.

Mit meinem Handy im Getränkehalter drehte ich ein Video der lange ersehnten Überfahrt. Im GPS hatte ich einen City nahen KOA-Campground gefunden und diesen als nächstes Ziel eingegeben. Beim Erreichen des Navigationsziel wurde klar, daß sich hier niemals ein Campingplatz befunden hatte. Schön war, daß mir das die Gelegenheit gab mit dem Gritli die steilen Straßen San Franciscos zu befahren. Bergauf(12%) war an jeder Querstraße ein Stoppschild und ohne funktionierende Handbremse wäre ein Anfahren nicht möglich gewesen. Plan B war nun der Campground in Pacifica. Diesen Tip hatte mir Kom, ein Franzose aus Paris, gegeben, welchen ich am Morgen nach dem Frühstück kennengelernt hatte. Über Daly City gelangte ich auf der Stadtautobahn dort hin. Es war schon 19:00 Uhr und die Rezeption nicht mehr besetzt. Davor befand sich jedoch eine Regalwand mit dem Hinweis, sich die Unterlagen aus einem nummerierten Fach zu nehmen und den Platz mit dieser Platznummer zu beziehen. Site 52 lag direkt an der Waterfront und es war empfindlich kühl – der Wind frischte auf. Die Platzsecuritesse schaute noch auf einen Smalltalk vorbei. Zum Abendessen gab’s den zweiten Teil des Ratatouille von gestern. Besonders beeindruckt hatte mich am heutigen Tag die Küste um Point Reyes und der gebirgige Coastdrive von Bolinas in Richtung San Francisco.
Am Dienstag Morgen erwachte ich um halb sieben und ging zum Duschen. Die freundliche Securitesse hatte mir gestern Abend noch den Zugangscode genannt. Der Sturm der Nacht hatte sich beruhigt und der Morgennebel enthüllte den blauen Himmel. Nach dem Frühstück um acht ging ich zur Rezeption, wo ich für 2 Nächte stolze 212 US-Dollar bezahlte. Um 20 nach elf ging der Bus nach Daly City, dort mußte ich den BART(S-Bahn) erreichen, der mich zur Fisherman’s Wharf brachte. Um 13:00 Uhr kam ich nach einer Stunde ohrenbetäubendem Spektakel in der Embarcadero/ Market Station an.




Ich orientierte mich an der Hafenkante und kehrte bei Starbucks am Old Harbour zum 2. Frühstück und Email Check ein. Ich ging an zahlreichen Piers des Alten Hafens entlang zum legendären Pier 39. Natürlich ist dieser ausgesprochen touristisch angelegt – aber er hat Charme!


Ich lief durch die ebenerdige Verkaufspassage zum Ende des Piers. Vor der Kulisse mit der Golden Gate Bridge, der Gefängnisinsel Alcatraz und der Oakland Bay Bridge sah ich ein riesiges Cosco-Containerschiff, begleitet von 2 Schleppern, einlaufen.

Ich fühlte mich um 40 Jahre zurückversetzt, als ich mit der MS Moselstein unter der Golden Bay Bridge hindurch in San Francisco angekommen war. Auf den Pontons vor dem schwimmenden Hotel „Forbes Island“ sonnten sich die Seelöwen.
Zurück lief ich dann auf den Stegen, welche sich eine Etage höher befanden. Hier waren gerade nochmals soviele Geschäfte und Restaurants angesiedelt, wie im Erdgeschoß. 
Dort wieder angekommen, machte ich einen Schwenk ins Hard Rock Café, um mich bei Chickenwings, Spareribs und Frenchfries beim Anschauen von Musikvideos zu langweilen.
Eigentlich wollte ich noch zur Cablecar, aber der einsetzende Regen machte mir einen Strich durch die Rechnung. Also lief ich zurück zur BART-Station und war nach 2 Stunden wieder zurück in Pacifica. Es war schon dunkel als es an der Türe klopfte.
Draußen stand Alex Griffith, 31 Jahre alt, Akrobat. Er hatte heute mit seiner Artistengruppe der Sardine-Family(mehr auf youtube) eine Vorstellung auf Pier 39 gegeben. S’Gritli und mein deutsches Kennzeichen hatten es ihm angetan. Ich bat ihn herein und es entwickelte sich eine lebhafte Unterhaltung. Er wohnte zur Zeit hier mit seinen Eltern auf dem RV-Park. Bestimmt 3 Stunden lang reden wir bei Bier, selbstgedrehten Zigaretten und Irish Coffee über sein Leben, seine Ideen, seine Träume und seine Erinnerungen an Ostdeutschland, wo er 4 Jahre wohnte. Die Entwicklung eines treibstofffreien Untertassenantriebes ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Er verschwand und brachte mir sein Konstruktions-Skizzenbuch. Leider war ich der falsche Mann, um ihm da weiterzuhelfen. Das sah er ein, aber er bat mich seine Konstruktionskizzen in meinem Blog abzubilden und jeden einzuladen mit ihm darüber zu diskutieren.


Was ich hiermit gemacht habe. Bitte kontaktiert ihn über die Homepage der Sardine-Family. Aber er war auch interessiert an meinem Fahrzeug und meiner Reise: er machte mir einen interessanten Umbauvorschlag fürs Dach. Außerdem gab er mir manchen Travellertip für die Reise. Danach verabschiedeten wir uns mit dem Gefühl eine neue Freundschaft geschlossen zu haben. Eine halbe Stunde später klopft es wieder – es war Alex. Er könnte jetzt unmöglich schlafen gehen; er wollte mir unbedingt seinen Tunnel zeigen, wo er mit Freunden immer wieder mal eine Party feierte. Zuerst würden wir aber noch etwas trinken gehen. Wir gingen in eine Bar etwa 200 Meter vom Campingplatz entfernt. Aber hier fühlte er sich nicht wohl und so kauften wir uns im türkischen Grocery-Store nebenan ein Sixpack Becks. Er schickte mich alleine zurück zum Campingplatz – ich sollte am Gritli auf ihn warten. Eine halbe Stunde später kam er mit einer Wachsfackel, einem Stück Truthahnbraten und einem Weißbrot zurück. Nun kletterten wir auf der anderen Seite über den Zaun und rutschten das abschüssige Stück hinunter zum Strand. Kurz darauf standen wir vor der kreisrunden Öffnung einer, vom Berg kommenden Wasserröhre.
Der Tunnel hatte einen Durchmesser von gut 2 Metern. Da aber in der Mitte ein Rinnsal Floß, mußten wir an der schrägen Wand entlang laufen. Nach gefühlten 300 Metern waren wir in der „Halle“.
Die Halle war eigentlich ein Lichtschacht zur darüber führenden Straße. Hier konnten wir aufrecht stehen, hier entzündeten wir die Fackel und teilten den Braten und das Weißbrot – und hier begossen wir unsere Freundschaft. Etwa eine halbe Stunde blieben wir hier. Als wir zum Gritli zurück kamen, war es 2:30 Uhr morgens. Ich war platt und wollte nur noch ins Bett.
Dieser Tag war wahnsinnig ereignisreich und vollgestopft mit Eindrücken und einem hochenergieangetriebenen Alex Griffith!


Hier gab es weitläufige Almen, umrahmt von bewaldeten Hängen. Je näher ich dem Abstieg zur Küste kam, um so dürrer und verbrannter war das Gras.
Als ich nach der Talfahrt an der Küstenstraße ankam, suchte ich mir einen schönen Platz am Strand. Mein Mittagessen bestand mal wieder aus Kaffee und Cookies, welches ich allerdings mit Blick aufs Meer genießen konnte.
























Danach ging es auf dem Redwood Highway durch den gleichnamigen State Park.

Dabei folgte mir ein Mietcamper, welcher in meiner Nähe parkte. Da es regnete, kochte ich mir einen Kaffee. Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Tochter aus Neu-Ulm, kamen zu einem Gespräch an S’Gritli. Sie hatten ihr Wohnmobil in Seattle übernommen und heute war ihre letzte Chance, die Redwood-Trees aus der Nähe zu sehen. Also nahmen sie den Hike bei Regen in Angriff, während ich meinen Kaffee und die Cookies genoß. Als sie zurückkamen waren sie etwas enttäuscht, ob des schlechten Wetters und hielten sich auch nicht länger auf. Ich nahm den Highway 299 kurz vor Eureka, um ins Trinity Valley zu kommen. Der Anstieg zum Horse Mountain hatte es in sich und ich ließ die Temperaturanzeige nicht aus dem Blick.
Talwärts fuhr ich über Willow Creek und die Burnt Ranch bis kurz vor Del Loma. An der Straße lag der Del Loma Forstcampground, welchen ich für die Übernachtung ansteuerte. Außer mir war ein 30 Fuß-Trailer mit großem Pickup-Truck auf dem Platz. Ich ließ einen Platz zwischen ihm und mir frei und brachte S’Gritli mit den Unterlegkeilen in die Waagrechte.
Dan, mein Nachbar kam kurze Zeit später mit Ticker, seinem Jagdhund, zur Begrüßung herüber. Mike war ein „Plumber“, das bedeutet, er war selbstständiger Blechner und Sanitärinstallateur. Er hatte aber sein Geschäft vor einem Jahr verkauft und bediente nur noch seine ältere Stammkundschaft. Er bat mich, nach meinem Dinner, auf ein Bier rüber zu kommen. Es wurde dann auch ein relaxter Abend mit den unterschiedlichsten Gesprächsthemen. Er stellte das Jagen und das Waffentragen zur Diskussion. Hier erklärte ich ihm die unterschiedliche Handhabung in Europa. Das europäische Flüchtlingsproblem der Kanzlerin war auch ein Thema. Bei diesem Thema war er sehr engagiert – natürlich war auch Donald Trump ein Thema. Dan ging davon aus, daß Trump das Rennen um die Präsidentschaft gewinnen würde und er sollte recht behalten. Zurück im Gritli machte mir noch ein paar Gedanken zum Tag. Die Pacific-Coast hatte sich nochmals von ihrer stürmischen Seite gezeigt; auch im Trinity Valley dauerte der Regen an, doch es hatte sich etwas beruhigt. Ich hoffte für morgen auf besseres Wetter.
Abends machte ich mir ein Rahmgeschnetzeltes mit Nudeln und hörte die swr3-Popnacht über Internet. Meine Email-Grüße von der Panam an die Freunde zuhause wurden von Ben Streubel übermittelt. Aber das hat wohl keiner gehört, denn es war in Deutschland ja schon früher Morgen. Das Resümee des Tages führte auf der Negativ-Seite den Ärger mit der Wasserpumpe, welche ich abhängen mußte; freuen durfte ich mich aber über die Email von Stefan Oester aus Mexico. Ihn hatte ich auf dem Dalton Highway auf dem Rückweg von Prudhoe Bay/ AK kennengelernt. Der Frutiger ist sehr schnell unterwegs.
Ich wanderte über den Park-Campground hinunter zum Manzanita Lake und umrundete diesen.
Ein einsamer Angler war mit dem Boot auf dem See. Auf dem Seerundweg begegnete mir niemand außer ein paar Squirrels und Chipmunks. Zurück am Parkplatz machte ich mir im Gritli ein Vesper und fuhr um 14:00 zurück zum RV-Park. Dort sattelte ich die Kabine ab und reparierte die Wasserpumpe zu Tode; dies merkte ich aber erst abends beim Zähneputzen. Nach dem Aufsatteln machte ich mir ein Campfire mit dem teuren KOA-Feuerholz. Zur amerikanischen Bratwurst gab es Tomatensalat und Bannock-Brot(Sauerteig). Dann wollte alles ja auch wieder zusammengeräumt sein. Das Verfassen der Tagesnotizen erforderte dann die letzte Überwindung vor dem Schlafengehen.

So hielt ich kurzfristig vor einer Ausfahrt, um von der gegenüber liegenden Straßenseite ein paar Baumriesen zu fotografieren. Im Weggehen rief mir jemand nach. Es war der Ranger des Grizzly-Creek Redwood Forestcampgrounds, der mich bat, mein Fahrzeug auf den Parkplatz nach der Einfahrt zu stellen. Er gab mir noch ein paar Typs für das Fotoshooting.



Neugierig geworden, drehte ich die komplette Runde des Waldlehrpfades. Zurück am Campground ging ich in das Ranger-Blockhaus. Hier gab es eine Ausstellung von den ausgestopften Protagonisten des nordamerikanischen Wildlifes. Es war so kurios und sympathisch aufgezogen, daß ich den Ranger um Erlaubnis bat, das Stilleben fotografieren zu dürfen.

Kurz entschlossen buchte ich eine Übernachtung auf dem Grizzly-Creek Campground. Besagter Bär wird so langsam zu einem Mythos, wie Saskatch, der Waldmensch, auch Bigfoot genannt, welcher anscheinend schon von Hunderten Menschen gesichtet wurde. Er soll aufrecht gehen, über und über mit Fell bedeckt und knapp an die 3 Meter groß sein.
Ein reichhaltiges Frühstück sollte mich für den Tag stärken. Vor meiner Abfahrt mit dem Ziel Newport erstellte ich erst noch einen Blog-Beitrag, sodass es schon 13:00 Uhr war als ich den State Park verließ. Schnabels hatten sich am Morgen noch verabschiedet und mir einen Straßenatlas für Oregon überlassen. Auf meinem Weg zum netten Städtchen Pacific-City fuhr ich immer wieder an Buchten vorbei, welche die Schönheit der vorherigen Ausblicke überboten. Diese Beaches waren alle großartig – alle Weltklasse; nur schade, daß der Pazifik, zumindest im Herbst, keine Badetemperaturen bietet.



In Newport angekommen, postete ich bei Starbucks meinen neuen Beitrag. Im Einkaufszentrum erstand ich ein Billighandy für Überseetelefonate und eine neue Sonnenbrille. An dieser brach nach dem dritten Mal Auf- und Absetzen ein Bügel ab; beim Handy stellte sich später heraus, daß ich in den USA, aber nicht nach Europa telefonieren konnte. Zum Übernachten ging’s zum Beachside State Park – auch hier gab es einen sehr großen, schönen Sandstrand. Der Tag war so sonnig, wie vorausgesagt. Am Dienstag, den 11. Oktober wachte ich um halb acht auf. Es war sehr kalt bis endlich die Sonne durchkam. Von halb neun bis um zehn versuchte ich das Handy zu aktivieren, bis mir der nette Mensch von der Hotline schließlich eröffnete, daß die erstandene Prepaid-Karte doch nicht für Überseegespräche geeignet war. Um 13:00 Uhr verließ ich nach dem Trinkwasserfüllen und einem Strandspaziergang den Campground mit Ziel Gardiner; hier wollte ich die Küste in Richtung Crater Lake National Park verlassenh
Mein weiterer Weg führte mich ostwärts über Elkton und Roseburg. Es wurde bereits dunkel, als ich den Susan Creek State Park Campground anfuhr. Ich bereitete mir noch einen kleinen Imbiss. Nach dem Reflektieren der Tageserlebnisse war klar: die absoluten „Bringer“ des heutigen Tages waren Florine und das Via Panam Team.
Am Südufer des großen Stroms fuhr ich, immer noch auf der 84, vorbei an Städten, wie Heppner, Arlington und Quinton zum mächtigen The Dalles Dam. Dann ging es über Gresham nach Portland. Ich wollte der Seemannsmission unter deutscher Führung in Portland einen Besuch abstatten. Um die Adresse herauszufinden googelte ich Seafarers Welfare und stieß auf das Seemannsheim, welches ich vor 40 Jahren besucht hatte. Aber heute befand sich die Führung in chinesischen Händen, wie ja auch die meisten europäischen Häfen auf das Einlaufen der asiatischen Handelsflotte angewiesen sind. Da mein Chinesisch nicht ausreichte(nicht vorhanden war), verzichtete ich auf den Besuch der Einrichtung und nahm die östliche Portland-Umfahrung. Sie führte auf den Highway 30 und dieser brachte mich bis an die Oregon Pacific Coast in Hammond. Mein erster Weg führte mich an die Bucht bei Warrenton.


Am Cannon Beach fiel mir ein Mercerdes LKW mit Bimobilaufbau mit deutschen Kennzeichen ins Auge. Ich parkte daneben und machte ein Foto von dem Gefährt. Dann lief ich am Klippengeländer entlang, um ein paar Fotos von dem breiten Sandstrand und der heftigen Brandung zu machen. Auf dem Rückweg kam mir Tina entgegen. Udo und Tina Schnabel aus Hannover waren auch auf dem Weg in Richtung Süden.
Nach einem netten Gespräch und dem obligatorischen Adressentausch verabschiedete ich mich. Am Rockaway Beach parkte ich S’Gritli an einem Wanderparkplatz und durchquerte im Regen den Regenwald um die Beach zu erkunden. Am Strand traf ich auf ein Surfercamp. Die Brandung brachte 2 bis 3 Meter hohe Wellen in die Bucht.
Bei einem Strandspaziergang schaute ich dem Treiben der Surfer zu. Ein Könner erwischte den Kamm einer großen Welle, welchen er abritt und kurz vor dem Auslaufen seine Darbietung mit 10 schnellen Wedelbewegungen beendete – schon toll, wenn man es kann. Zurück beim Gritli am Highway fand ich auf dem GPS den Netarts Cape Lookout State Park. Als ich diesen erreichte, füllte ich den Selbstregistrations-Umschlag aus und entrichtete meinen Obolus für die Übernachtung.

Der Rundgang über die hölzernen Stege der Hot Springs dauerte gut zwei Stunden, welche sich aber auch wirklich lohnten. Die Cups oder Pots formen eine Pyramide von unterschiedlichen Farben. Es waren dies Rot(Eisenoxid), Gelb(Schwefel), Schwarz(Lava) oder Weiß(Sinterkalk). Wunderschön – dies soll die weltgrößte Sinterterrasse sein. Da die Straße zum Norris Geyser Basin wegen Bauarbeiten gesperrt war, fuhr ich Richtung Tower Roosevelt, einem Ranger-Beobachtungsturm, besichtigte nach einer kurzen Pause für Wildlife-Fotos von 2 grasenden Bisons,
zuvor den Petrified Tree(Versteinerter Baum). Die Versteinerungen kamen durch Lava-Eruptionen zustande, welche die alten Bäume begruben. Dieser stand nach wie vor aufrecht, aber doch reichlich mitgenommen hinter einem Zaun. Zahlreiche Touristen hatten sich hier in der Vergangenheit ihr Souvenir abgebrochen.
Am Aussichtspunkt der Tower Falls traf ich auf 2 Elsässer-Ehepaare mit Expeditionsmobilen, welche die Panamericana vom Süden her bereist hatten und sich auf dem Weg nach New York befanden.
Nach den üblichen Hals- und Beinbruch Wünschen führte mich die Fahrt über den Dunraven Pass; zur rechten Seite mit steilen Felsabrüchen und links mit dem Blick in den tiefen Grand Canyon of the Yellowstone River. An den Upper und Lower Falls parkte ich S’Gritli und ging die kurze Strecke zum Aussichtspunkt.
Hier machte ich einige schöne Aufnahmen und fuhr dann weiter zum Sulphur Caldron. Neben der Straße sah man blubbernde, schlecht riechende Schlammtümpel in unterschiedlicher Größe und Farbe.

Der Regen hatte sich in Schnee verwandelt und es wurde Zeit einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Dummerweise waren die National Park Campgrounds in der Nähe geschlossen. Da der Schneefall immer heftiger wurde, entschloss ich mich auf der Bridge Bay Lakeside Recreationsite zu übernachten, obwohl die nur für Tagesgebrauch(Day Use) vorgesehen war. Nach einem wärmenden Irish Coffee und einem Riegel Hershey Chocolate fiel eine dicke Scheedecke über diesen überwältigenden Tag.
Als ich am 04. Oktober um halb acht erwachte, hatte es aufgehört zu schneien; ein paar blaue Wolkenlöcher zeigten sich am Morgenhimmel.
Nach dem Frühstück und dem Zusammenräumen verließ ich meinen Nachtplatz bei leichtem Schneefall in Richtung Bridge Bay. Hier wollte ich Propan und Diesel auffüllen. Es stellte sich heraus, daß die Gaz Station bereits für den Rest der Saison geschlossen hatte. In der West Thumb Bay besichtigte ich ein weiteres thermoaktives Gebiet.

Am Parkplatz traf ich diesen Kameraden
Die nächste mögliche Tankstelle lag beim Old Faithful Geysir. An der Tankstelle gab es keinen Diesel und kein Propane. Man empfahl mir, aus dem Park nach West Yellowstone zu fahren – da sollte es Diesel und Propane geben. Ich fuhr zur Old Faithful Lodge, welche in unmittelbarer Nähe zum Geysir lag. Der Old Faithful Geysir schleudert in Abständen von anderthalb Stunden seine 30 Meter hohe Wasserdampffontäne in den Himmel; anscheinend braucht es dafür nicht einmal eine Hand voll Backpulver. Das Gedränge auf dem Feld war schon enorm, sodass ich mich entschied das Spektakel von der Lodge anzusehen. Diese lag etwa hundert Meter vom Geysir entfernt.
Von dem Freisitz vor der Lodge konnte ich ein paar passable Fotos schießen, ohne mich in die chinesische Menschenmasse zu stellen.
Anschließend ging ich zum Essen in das Selbstbedienungsrestaurant, wo ich einen Platz mit Sicht auf den Geysir fand. Kurze Zeit später strömten hunderte Chinesen herein, alle chaotisch, alle zu spät, immer in großen Gruppen. Am Besten bringt man sich in Sicherheit, um nicht noch eine heiße Suppe auf die Hose zu bekommen. Auf der Fahrt in Richtung Madison Junction hielt ich für Fotos am Midway und Lower Geyser.
An der Tankstelle gab’s dann wirklich Diesel und Propane. Gegenüber lag das Visitor Center mit WiFi. Ich konnte meine Emails runterladen; das Posten zweier Beiträge war wegen Überlastung des Netzes nur teilweise erfolgreich. Da es schon halb fünf war, machte ich mich auf den Rückweg. An der Madison Junction nahm ich die Einfahrt zum Forestcampground. Vor der Registration standen bereits fünf Pickup-Trailer. Ich blieb eine viertel Stunde in der Schlange und entschloß mich dann für die Day Use Area, welche ich heute Morgen gesehen hatte. Daß das nicht erlaubt war, war mir schon klar. Aber ich dachte: es hat gestern geklappt – dann klappt es auch heute. Ich machte mir ein paar Koteletts mit Nudeln und war um halb zehn in der Koje, wo ich mich noch etwas über den unergiebigen Tag ärgerte. Aber es sollte noch dicker kommen! Morgens um halb zwei wurde ich von der State Police geweckt, welche mir eine Strafe von 150 US-Dollar, oder einen Wechsel auf den benachbarten Campground für 26 Dollar/Nacht anbot. Nach dem viertelstündigen Check meiner ID, machte ich mich ans Zusammenräumen. Anschließend fand ich auf der Liste am Registration-Office meinen freien Platz. Das Bett hatte ich nicht eingefahren und so schlief ich bald wieder ein.
Wieder kurz vor Office-Schluß kam ich an der Tourist Info an, wo ich die beiden Beiträge dann doch noch posten konnte. Ich fuhr wieder zum Madison Junction Campground, wo ich bei Sonnenschein die gleiche Campsite wie gestern bezog. Als ich noch beim Einrichten war, rief mir der Nachbar. Er war heute Nachmittag bei einem Spaziergang auf einen Stein gestürzt und hatte sich dabei die Hüfte verletzt. Er wollte seinen Trailer ankuppeln, konnte sich aber vor Schmerzen kaum auf den Beinen halten. Als ich ihn in seinem Pickup vor die Kupplung dirigiert hatte und der Trailer angehängt war, ging ich zurück zum Gritli. Ich machte mir Gedanken über Jims Verletzung – er hatte schlimme Schmerzen. Ich entschied mich für einen Irish Coffee und Süßgebäck zum Abendessen. Mit einem dampfenden Becher des Heißgetränks ging ich rüber zu Jim, wo wir uns noch etwas über seine Situation unterhielten. Der Irish Coffee tat im sichtbar gut. Ich bot ihm für morgen weitere Hilfe an, was er aber dankend ablehnte. Sein Plan war, sich in einem etwa hundert Kilometer entfernten Hospital untersuchen und röntgen zu lassen. Wie auch andere Uneinsichtige(zu denen ich auch gehöre) war er der Meinung, daß fahren besser ging, wie laufen. Nach einer Platzrunde und einer Lesestunde löschte ich das Licht um 23:00 Uhr.

Am Artists Paintpot(Künstlers Malkasten) entschloß ich mich den 5 Meilen Loop zu erkunden. Hier gab es Schlamm- und Hotwater-Pools in großer Farbenvielfalt.

Im Canyon Village holte ich mir Aufkleber für Yellowstone und Grand Teton Natiionalpark, wohl ahnend, daß sich bei dem Wetter kein längerer Stop lohnen würde. Ich gönnte mir eine deutsche Bratwurst, die dazugehörenden Potatochips ließ ich liegen. Obwohl es schneite, setzte ich mich unter dem Vordach des Visitor Center zu zwei Amerikanern, welche schon Europa bereist hatten und denen es gefallen hatte. Über die Lower Falls fuhr ich bei Schneefall die bekannte Strecke zum Grant Village und weiter zum South Entrance in Richtung Grand Teton. Nach einige Fotostopps erreichte ich den Nationalpark im Nebel.
Das Rangerhäuschen am Eingang war nicht besetzt. Ich wollte weiter, da alle Gipfel im Nebel lagen.
In Missoula/ MO machte ich Station und postete noch einen Beitrag bei Starbucks. Zuvor hatte ich auf einem Rastplatz angehalten, um mir eine Zigarette zu drehen. Ich kam mit einem netten Ranger ins Gespräch, welcher mir noch einige Tips für die weitere Reise gab. Der Abschied war überraschend herzlich: „May be we meet again, I’m allways here -every Day“. Der nächste Halt folgte in Butte, wo ich Essen und Becks Bier einkaufte. An der Abfahrt Bozemann fuhr ich dann vom Highway, da bereits Gardiner angeschrieben war und hier der Nordwesteingang zum Yellowstone National Park war.
Ich fuhr in den hübschen Ortskern im Wildwest-Look.
Die meisten Restaurants hatten geschlossen. Unter den zwei verbliebenen entschied ich mich für den Chinesen. Gegenüber der Chefin lobte ich das gute Essen und sie eilte sogleich in die Küche zu ihrem Mann, um ihm das mitzuteilen. Mehr wie die Hälfte war nicht zu schaffen und so brachte sie mir auch gleich eine Tragetasche, um die Warmhaltepackungen in welchen serviert wurde besser transportieren zu können. Bei der Ankunft hatte ich vor dem Ort, unterhalb einer steilen Wand zwischen Felsen einen Forestcampground gesehen.
Gleich beim Eingang standen bereits ein Trailer und nicht weit davon ein Zelt. Ich fand ein paar Meter weiter einen schönen Platz und richtete mich gleich ein, da es schon dämmerte und auch wieder zu regnen anfing. Heute Morgen war ich in St. Regis im Frühnebel gestartet; doch bald kam die Sonne durch. Diese verabschiedete sich dann aber schon gleich zu Beginn der Scenic Route in Bozeman. Für Morgen hoffte ich auf besseres Wetter.
Ich hielt immer wieder an, um die gegenüberliegende Range und die Hänge rechts, beziehungsweise die Abgründe links der Straße zu fotografieren.
An der Bergstation angekommen, genoß ich nach einem kurzen Spaziergang zum höchsten Punkt die Aussicht auf Port Angeles; von hier aus konnte ich sogar Victoria an der gegenüberliegenden Küste erkennen. Nach einem Rundgang landete ich, wie auf Schienen geführt, in der Cafeteria des Gipfelrestaurants. Ich bestellte mir eine Cola und ein Körbchen Chicken Wings mit French Fries. Dann setzte ich mich auf die granitgepflasterte Terrasse, welche eine grandiose Rundumsicht auf Gletscher und Berge darbot.
Nach geraumer Zeit für Essen und Entspannung ging ich zurück zum Gritli und trat die Talfahrt an. Kurz vor dem State Park Kontrollhäuschen bog ich rechts zum Hurricane Ridge Road Campground ab. Ich suchte mir einen schönen Platz zwischen Felsen aus.
Im Campfire-Ring war noch Holz meines Vorgängers – das würde reichen um heute Abend meine Wienerle zu grillen. Dazu gab es Nudeln mit Parmesankäse. Nach dem Abwasch legte ich mich auch schon bald schlafen.
Vor Preston wurde mir klar, daß ich schon zu lange unterwegs war und es bald dunkel werden würde. Ich nahm die Abfahrt nach Fall City, da hier ein Campingplatz ausgeschildert war. Es war wieder so ein 3 Sterneplatz mit allen Facilities, aber schlechtem Service zu horrendem Preis. Komisch, es sind immer diese Art Campingplätze die dir mehrfach ihre Kundenbefragungsmails hinterher schicken. Es wäre besser, sie würden diese sinnlose Ausgaben in die Verbesserung ihres Service investieren. Zum Abendessen machte ich mir noch ein paar Pesto Pasta mit Thunfisch. Im Bett um 22:00 ließ ich den Tag nochmals Revue passieren. Ich würde es als Überführungsetappe bei schönem Wetter bezeichnen, versehen mit kleineren Staus – im Ganzen wenig reizvoll.