Über die Golden Gate Bridge nach San Francisco, vom 23. bis zum 24. Oktober 2016

Am Morgen des Montag, des 23. Oktobers erwachte ich erst gegen halb acht. Nach dem Frühstück und dem Zusammenräumen verabschiedete ich mich von Axel und  Domenique. Von der White Beach wollte ich entlang der kalifornischen Küste zum Ziel San Francisco.

Ich plante einen Abstecher zum Point Reyes Lighthouse. Dies ist ein beliebter Ausflugsort auf der gleichnamigen, schmalen Halbinsel. Über Bodega, Freestone, Bloomfield und Tomales ging es zur Tomales Bay und weiter auf dem Highway 1 bis Inverness. Ich hielt neben der Straße, um ein Foto der wunderschönen, auf Pfählen errichten, Datcha eines Exilrussen zu machen.
Dort zweigt die Scenic Route, eine rauhe Teerstraße, zum Point Reyes ab. Je näher ich dem Kap kam, umso nebliger wurde es.
300 Meter vor dem Eingang des State Parks fand ich eine Parkbucht. Normalerweise hätte man hier Sicht auf die Sandstrände des Kaps – bei dem gegenwärtigen Nebel allerdings nicht. Beim Richten des Rucksacks erblickte ich direkt vor meinem Fenster eine kleine Gruppe Deers(Hirsche). Sie wurde angeführt von einem jungen Bock, der sich schwertat, sein Mädels beieinander zu halten.
Die Fotos sind von bescheidener Qualität, da der Nebel zwischenzeitlich in Fieselregen übergegangen war. Ich erwanderte das Kap und erreichte das Lighthouse über mehrere hundert Stufen.
Die alte Brennglas-Anlage war noch funktionstüchtig, allerdings nicht mehr im Betrieb. Ein Ranger erläuterte die komplizierte Spiegeltechnik. Dann folgte der Wiederaufstieg, der einige Schnaufpausen forderte.
Oben angekommen, besuchte ich noch die Fotoausstellung aus alten Tagen und machte mich dann wieder auf den Weg zurück zum Gritli. Auf der Springbockstraße erreichte ich Inverness und den Highway 1, welchem ich Richtung Bolinas folgte.
Nach Olema wand sich die Küstenstraße in schwindelerregende Höhen. Gut ausgebaute Parkbuchten ermöglichten einige Fotostopps.
Hier war ich anscheinend im Revier Sportwagen fahrender Yuppies unterwegs. Diese trauten sich waghalsige Überholmanöver zu und ich entschloss mich zur defensiven Fahrweise, um selbst heil anzukommen. In Stinson Beach hatte ich dann wieder Meeresniveau erreicht und bis Sausalito war es nicht mehr weit. Noch vor der Golden Gate Bridge folgte ich vor dem letzten Tunnel der Ausfahrt „Golden Gate Park Lookout“. Nach ein paar Fotos fuhr ich zurück und überquerte die Golden Gate Bridge.
Mit meinem Handy im Getränkehalter drehte ich ein Video der lange ersehnten Überfahrt. Im GPS hatte ich einen City nahen KOA-Campground gefunden und diesen als nächstes Ziel eingegeben. Beim Erreichen des Navigationsziel wurde klar, daß sich hier niemals ein Campingplatz befunden hatte. Schön war, daß mir das die Gelegenheit gab mit dem Gritli die steilen Straßen San Franciscos zu befahren. Bergauf(12%) war an jeder Querstraße ein Stoppschild und ohne funktionierende Handbremse wäre ein Anfahren nicht möglich gewesen. Plan B war nun der Campground in Pacifica. Diesen Tip hatte mir Kom, ein Franzose aus Paris, gegeben, welchen ich am Morgen nach dem Frühstück kennengelernt hatte. Über Daly City gelangte ich auf der Stadtautobahn dort hin. Es war schon 19:00 Uhr und die Rezeption nicht mehr besetzt. Davor befand sich jedoch eine Regalwand mit dem Hinweis, sich die Unterlagen aus einem nummerierten Fach zu nehmen und den Platz mit dieser Platznummer zu beziehen. Site 52 lag direkt an der Waterfront und es war empfindlich kühl – der Wind frischte auf. Die Platzsecuritesse schaute noch auf einen Smalltalk vorbei. Zum Abendessen gab’s den zweiten Teil des Ratatouille von gestern. Besonders beeindruckt hatte mich am heutigen Tag die Küste um Point Reyes und der gebirgige Coastdrive von Bolinas in Richtung San Francisco.


Am Dienstag Morgen erwachte ich um halb sieben und ging zum Duschen. Die freundliche Securitesse hatte mir gestern Abend noch den Zugangscode genannt. Der Sturm der Nacht hatte sich beruhigt und der Morgennebel enthüllte den blauen Himmel. Nach dem Frühstück um acht ging ich zur Rezeption, wo ich für 2 Nächte stolze 212 US-Dollar bezahlte. Um 20 nach elf ging der Bus nach Daly City, dort mußte ich den BART(S-Bahn) erreichen, der mich zur Fisherman’s Wharf brachte. Um 13:00 Uhr kam ich nach einer Stunde ohrenbetäubendem Spektakel in der Embarcadero/ Market Station an.
Ich orientierte mich an der Hafenkante und kehrte bei Starbucks am Old Harbour zum 2. Frühstück und Email Check ein. Ich ging an zahlreichen Piers des Alten Hafens entlang zum legendären Pier 39. Natürlich ist dieser ausgesprochen touristisch angelegt – aber er hat Charme!
Ich lief durch die ebenerdige Verkaufspassage zum Ende des Piers. Vor der Kulisse mit der Golden Gate Bridge, der Gefängnisinsel Alcatraz und der Oakland Bay Bridge sah ich ein riesiges Cosco-Containerschiff, begleitet von 2 Schleppern, einlaufen.

Ich fühlte mich um 40 Jahre zurückversetzt, als ich mit der MS Moselstein unter der Golden Bay Bridge hindurch in San Francisco angekommen war. Auf den Pontons vor dem schwimmenden Hotel „Forbes Island“ sonnten sich die Seelöwen.
Zurück lief ich dann auf den Stegen, welche sich eine Etage höher befanden. Hier waren gerade nochmals soviele Geschäfte und Restaurants angesiedelt, wie im Erdgeschoß. Dort wieder angekommen, machte ich einen Schwenk ins Hard Rock Café, um mich bei Chickenwings, Spareribs und Frenchfries beim Anschauen von Musikvideos zu langweilen.
Eigentlich wollte ich noch zur Cablecar, aber der einsetzende Regen machte mir einen Strich durch die Rechnung. Also lief ich zurück zur BART-Station und war nach 2 Stunden wieder zurück in Pacifica. Es war schon dunkel als es an der Türe klopfte.
Draußen stand Alex Griffith, 31 Jahre alt, Akrobat. Er hatte heute mit seiner Artistengruppe der Sardine-Family(mehr auf youtube) eine Vorstellung auf Pier 39 gegeben. S’Gritli und mein deutsches Kennzeichen hatten es ihm angetan. Ich bat ihn herein und es entwickelte sich eine lebhafte Unterhaltung. Er wohnte zur Zeit hier mit seinen Eltern auf dem RV-Park. Bestimmt 3 Stunden lang reden wir bei Bier, selbstgedrehten Zigaretten und Irish Coffee über sein Leben, seine Ideen, seine Träume und seine Erinnerungen an Ostdeutschland, wo er 4 Jahre wohnte. Die Entwicklung eines treibstofffreien Untertassenantriebes ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Er verschwand und brachte mir sein Konstruktions-Skizzenbuch. Leider war ich der falsche Mann, um ihm da weiterzuhelfen. Das sah er ein, aber er bat mich seine Konstruktionskizzen in meinem Blog abzubilden und jeden einzuladen mit ihm darüber zu diskutieren.
Was ich hiermit gemacht habe. Bitte kontaktiert ihn über die Homepage der Sardine-Family. Aber er war auch interessiert an meinem Fahrzeug und meiner Reise: er machte mir einen interessanten Umbauvorschlag fürs Dach. Außerdem gab er mir manchen Travellertip für die Reise. Danach verabschiedeten wir uns mit dem Gefühl eine neue Freundschaft geschlossen zu haben. Eine halbe Stunde später klopft es wieder – es war Alex. Er könnte jetzt unmöglich schlafen gehen; er wollte mir unbedingt seinen Tunnel zeigen, wo er mit Freunden immer wieder mal eine Party feierte. Zuerst würden wir aber noch etwas trinken gehen. Wir gingen in eine Bar etwa 200 Meter vom Campingplatz entfernt. Aber hier fühlte er sich nicht wohl und so kauften wir uns im türkischen Grocery-Store nebenan ein Sixpack Becks. Er schickte mich alleine zurück zum Campingplatz – ich sollte am Gritli auf ihn warten. Eine halbe Stunde später kam er mit einer Wachsfackel, einem Stück Truthahnbraten und einem Weißbrot zurück. Nun kletterten wir auf der anderen Seite über den Zaun und rutschten das abschüssige Stück hinunter zum Strand. Kurz darauf standen wir vor der kreisrunden Öffnung einer, vom Berg kommenden Wasserröhre.
Der Tunnel hatte einen Durchmesser von gut 2 Metern. Da aber in der Mitte ein Rinnsal Floß, mußten wir an der schrägen Wand entlang laufen. Nach gefühlten 300 Metern waren wir in der „Halle“.

Die Halle war eigentlich ein Lichtschacht zur darüber führenden Straße. Hier konnten wir aufrecht stehen, hier entzündeten wir die Fackel und teilten den Braten und das Weißbrot – und hier begossen wir unsere Freundschaft. Etwa eine halbe Stunde blieben wir hier. Als wir zum Gritli zurück kamen, war es 2:30 Uhr morgens. Ich war platt und wollte nur noch ins Bett.
Dieser Tag war wahnsinnig ereignisreich und vollgestopft mit Eindrücken und einem hochenergieangetriebenen Alex Griffith!

? Auf der Straße nach Mendocino, am 20. Oktober 2016

Am Donnerstag, den 20. Oktober genügte mir auf dem Grizzly-Creek Redwood Forestcampground im kalifornischen Calotta ein einfaches Kaffee+Toast-Frühstück. Mein Weg sollte mich an die kalifornische Pazifikküste zurückbringen. Durch weitere Redwood-Wälder fuhr ich meinem GPS-Ziel Ferndale/ CA entgegen. Ferndale ist ein schönes viktorianisches Städtchen – hier schien die Zeit still zu stehen. Es gab zwar am Ortsrand einen modernen Supermarkt, aber im Ortskern waren hinter den schmucken Fassaden traditionelle Geschäfte eingerichtet. Hier bekam der Herr einen Tweed-Sweater, oder die Dame einen Strohhut mit farbigem Band. Von hier führte ein schmales, steil ansteigendes Sträßchen nach Petrolia. Dieses war zwar geteert, aber die Oberfläche glich einem schwarzen Flickenteppich, da man die Frostlöcher immer wieder mit einer Schippe Teer geschlossen hatte. Petrolia lag auf einer Hochebene mit fantastischer Sicht zum Pazifik und bestand aus mehreren, weit auseinander liegenden Rinderfarmen.

Hier hatte die Holsteinkuh ein neues Zuhause gefunden. Die Rinder weideten auf nicht eingezäuntem Präriegrasland und schienen ein glückliches Leben zu führen. Gegen Mittag lichtete sich der Hochnebel und nach anderthalb Stunden war strahlend blauer Himmel zu sehen. Als ich mich an einem Aussichtspunkt umdrehte und ins Land zurücksah, fühlte ich mich auf eine Schwarzwaldhöhe versetzt.
Hier gab es weitläufige Almen, umrahmt von bewaldeten Hängen. Je näher ich dem Abstieg zur Küste kam, um so dürrer und verbrannter war das Gras.
Als ich nach der Talfahrt an der Küstenstraße ankam, suchte ich mir einen schönen Platz am Strand. Mein Mittagessen bestand mal wieder aus Kaffee und Cookies, welches ich allerdings mit Blick aufs Meer genießen konnte.


Diesen Nationalpark hatte man nach Alexander von Humboldt benannt. Nicht nur der Name des Parks sondern auch die Namen der Ranches hatten deutschen Ursprung, sodaß schon etwas Heimatgefühl aufkam.
Kurz nach Honeydew traf ich auf den Landcruiser einer jungen Amerikanerin, die von ihrem eigenen Hinterrad überholt worden war. Ein Fahrzeug hatte schon zum Helfen angehalten. Dessen Fahrer fragte mich nach einem Highjack; ich konnte aber nur mit meinem Airjack aushelfen. Der Highjack ist ein Wagenheber mit langem Hebelarm und Lochschiene, der bis zu einer Arbeitshöhe von 70cm arbeitet. Die Dinger sind 1.30m lang und mit Zubehör bis 30kg schwer. Deshalb hatte ich darauf verzichtet und mir einen Airjack angeschafft. Das ist ein Luftkissen, welches sich am Auspuff des laufenden Fahrzeugs aufbläst und 4.5 to heben kann. Leider passte die Aufnahme des Luftschlauches nicht richtig auf das Auspuffende, da dieses abgeschrägt war. Aber zusammen mit meinem kleinen Reifenfüllkompressor und dem Standardwagenheber des Toyotas konnten wir das abgefallene Rad wieder notdürftig montieren. Als der Wagen in der Einfahrt des nächstgelegenen Bauernhofes stand, kam der herbeigerufene Freund der Fahrerin dazu.
Sie hatte mir schon erzählt, daß ihr Freund Deutscher wäre und dieser sich freuen würde, einen Landsmann zu treffen. Als er zu mir kam, redete er einen Satz in astreinem Hochdeutsch und dann nur noch englisch. Er machte keinen Finger krumm – ich dachte noch: „Beschdimmd hed des Bacheli bim ledschde Radwägsl dBolze ueberdraiht“. Er und auch seine Freundin hatten keine Zeit für ein Dankeschön. Dies erhielt ich aber von ihren zwei Helfern.


Ich hoffe, daß ihr beim Lesen meines Beitragstitels nicht auf die Idee gekommen seid, ich hätte selbst ein Rad ab, oder wäre auf meine alten Tage noch Michael Holm-Fan geworden – NEIN…Der Titel passte einfach zur Tagesstrecke.


Meine Weiterfahrt führte über zwei steile, fast autofreie Pässe in den Humboldt-Redwood Park.

S’Gritli war in Topform und bügelte die Straße glatt. Dann erreichte ich wieder den Highway 101. Hier bog ich ab nach Legget-Redwood.

Die Attraktion von Legget ist der Chandelier Tree, der berühmte Baum, durch den man mit dem Auto fahren kann. S’Gritli mußte allerdings kurz vor dem „Drive Through“ die Umleitung nehmen. 
Als wir Legget verlassen hatten, fand Carmen ein steiles, kleines gewundenes Sträßchen durch den Wald nach Rockport. Von dort ging’s weiter auf dem Highway 1 Richtung Westport. Nach wenigen Meilen bog ich ab zum Mendocino State Park.


Der Campground befand sich auf den Klippen oberhalb des anbrandenden Pazifik. Es wurde schon dunkel. Also richtete ich mich hurtig ein, um noch ein paar Spaghetti zu kochen. Außer den Nudeln mußte ich auch noch die Erlebnisses des Tages verdauen.
Landschaftlich und wettermäßig war die Tour hervorragend. Zufrieden war ich auch mit meiner Hilfsbereitschaft, wenn diese auch nur mäßig verdankt wurde.

Von der Oregon Coast zum Crater Lake Nationalpark und zurück; vom 12. bis zum 14. Oktober 2016

Mittwoch, 12. Oktober 2016; Susan Creek State Park Campground Donnerstag, 13. Oktober 2016; Rest Area Eugene/ OR Freitag, 14. Oktober 2016; Cape Blanco Forestcampground/ OR

Am Mittwoch, den 12. Oktober erwachte ich um halb acht. Nach dem Frühstück machte ich mich an die Demontage meines Kühlergrills, da sich die Befestigung meines rechten Fernscheinwerfers gelockert hatte und sich die Schraube an der Stoßstange nur so wieder befestigen ließ. Ich hatte beim Frühstücksgeschirrabwasch ein paar Zucchero-Lieder inbrünstig mitgesungen, um meine mäßige Laune zu verbessern. Dies hatte wohl meine Nachbarin gehört und sie kam auf ein Schwätzchen vorbei. Sie wollte heute weiter zur Pazifikküste. Ich ließ mich gerne von meiner Arbeit etwas ablenken und so hatten wir ein nettes Gespräch. Wir unterhielten uns über Musik und die Auswirkungen auf das Innere Gleichgewicht. Sie hatte mich gefragt, ob ich jeden Morgen sänge. Ich sagte ihr – eigentlich nur, wenn ich schlecht geschlafen hatte. Das fand sie doch etwas lustig, aber da sie sah, daß ich knifflige Arbeit hatte, ging sie auch bald zurück zu ihrem RV(Recreation Vehicle). Sie war vor mir abreisefertig, hielt aber noch kurz an und gab mir eine Fankarte und eine CD.

 

 

Anscheinend war sie vor ein paar Jahren eine erfolgreiche Singer/Songwriter(in). Cécilia St.King, so ihr Name, verabschiedete sich mit: „May be, we meet again at the California Coast“. Eine halbe Stunde später hatte ich die Lampe fixiert und den Kühlergrill wieder montiert. Ich verließ den Forestcampground in Richtung Crater Lake. Das Visitor Center am East Rim(Ostrand) erreichte ich erst am Nachmittag. Eigentlich hatte ich vor, mir zuerst einen Campground zu suchen. Da aber das Wetter und das Licht optimal waren und die Voraussagen für den 13ten bescheiden, entschloß ich mich, den Kraterrand im Uhrzeigersinn von Ost nach West zu befahren. Ich machte diverse Fotos des dunkelblauen Sees und seiner vulkanischen Umgebung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ich den See um 18:00 Uhr schon zu drei Vierteln umrundet hatte, beschloß ich den Kreis zu schließen. Es waren kaum Leute unterwegs, sodaß wenig gegen eine erfolgreiche Suche eines Übernachtungsplatzes sprach. Doch schon der Lost Creek Campground war für den Rest des Jahres geschlossen. Der Mazama Village Campground lag am nächsten zur Tourist Information des East Rims und er war offen. Das Kassenhäuschen war nicht besetzt, aber da ich zwei weitere Fahrzeuge sah, nahm ich mir einfach den erstbesten Platz. Ich hatte Beef für einen Hackbraten eingekauft; dazu sollte es Salzkartoffeln geben. Um halb acht hörte ich ein Auto vorfahren. Da ich aber bereits am Essen war, kümmerte ich mich nicht darum. Beim Blick durch die Türverglasung sah ich, daß es ein Polizeifahrzeug war. Ich öffnete die Türe und fragte den Beamten, was ich denn falsch gemacht hätte. Er meinte, ich müsse den Platz verlassen, da dieser geschlossen sei. Mein Hinweis auf zwei weitere Fahrzeuge interessierte ihn nicht. Nach „20-minütiger“ ID-Überprüfung gab er mir meine Papiere zurück und empfahl mir einen Platz in Klamath Falls. Ich könne aber gerne zuerst mein Dinner beenden. Als er weggefahren war, stellte ich auf dem GPS fest, daß die Entfernung nach Klamath Falls 68km betrug. Darüber nervte ich mich so, daß ich beschloß noch heute an die Westküste zurückzufahren. Um 23:30 Uhr erreichte ich mit dem letzten Tropfen Diesel die Shell-Tankstelle in Eugene. Nach dem Volltanken drehte ich und fuhr zu einem Rastplatz, welchen ich zuvor im Vorbeifahren gesehen hatte. Es hatte noch 3 weitere Fahrzeuge, in denen Leute ausruhten. Mittlerweile war es morgens um halb eins. Schon unterwegs hatte ich mich sehr über die bereits zweite Personenüberprüfung der US-Police geärgert und es beschäftigte mich auch noch vor dem Einschlafen. Dann siegte die Müdigkeit.

Ich schlief bis um sieben. Da der Rastplatz nicht zum Frühstücken einlud, schob ich nur mein Bett zusammen, ließ das Dach herunter und fuhr weiter in Richtung Gardiner an der Oregon-Coast. Um halb zehn hielt ich an einer Bootsanlegestelle mit großem Parkplatz kurz vor Elkton, welchen ich gestern schon kurz besucht hatte. Hier machte ich mir ein reichhaltiges Frühstück und einen guten Kaffee. Nach einer Stunde Rast fuhr ich weiter. Vor Gardiner passierte ich in dichtem Verkehr mit einem Gruß-Hupen die beiden Via Panam Toyotas und kurz darauf auch den Marathon-Man des Tages. Kurz schaltete ich die Warnblinkanlage zum Gruß ein und er winkte mir freudig nach. Zu diesem Zeitpunkt schien noch die Sonne, aber am Horizont waren schwarze Gewitterwolken zu sehen. Die Weiterfahrt an der Oregon Coast war sehr stürmisch und S’Gritli wurde hin- und hergebeutelt. Um dem Sturm auszuweichen, folgte ich dem nächsten Hinweisschild zu einem Campingplatz an der Küste.

 

 

 

Bei stürmischen Bedingungen bezog ich einen Platz auf dem Cape Blanco Forestcampground. Mein Nachbar von gegenüber sicherte gerade seine beiden Kanus vor dem Sturmwind. Kurze Zeit später klopfte es an der Türe und Pete, mein Nachbar, bat mich spaßeshalber um eine Tasse Reis. In Wirklichkeit wollte er mich aber heute Abend zum Krabbenessen in seinen Trailer einladen. Ich nahm die Einladung gerne an. Eine Stunde später saß ich in ihrem komfortablen Reisewohnzimmer und genoß die Crabb-Cakes, welche Pete und Kathy für mich und ihren Freund Dennis zubereitet hatten.

 

 

 

 

Zum Nachtisch gab es mit Schokoladeneis. Die Drei hatten schon mehrere Urlaube zusammen erlebt. Pete zeigte dann auch auf seinem TV Fotos einer Reise auf die Baja California, wo Kathy unter anderem mit Delphinen schwimmen gegangen war und Pete und Dennis sich bei Margeritas im Liegestuhl entspannten. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag die drei in Petes Trailer zum Hackbraten einladen. Aber Kathy, Petes Frau, hatte eine unruhige Nacht gehabt und fühlte sich nicht gut. So entschlossen sie sich einen Tag früher nach Hause zu fahren. Auf den schönen Abend folgte ein herzlich freundschaftlicher Abschied.

Am Freitag, den 14. Oktober erwachte ich um sieben. Da es immer noch stürmte, ließ ich mir Zeit. Ich besuchte noch den Strand des Campgrounds und machte ein paar Fotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um halb elf verließ ich Cape Blanco mit dem Tagesziel Brookings.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zur Gold Beach überholte mich ein Porsche 928 mit, auf dem Dach montierten, Reserverad. Die Seiten des Wagens waren beschriftet. Es war ein Franzose mit Pariser Kennzeichen. Ein paar Kilometer später sah ich den Wagen auf einem Aussichtspunkt neben der Straße. Ich hielt hinter ihm. Der Fahrer kam gleich auf mich zu, um mich zu begrüßen. Vater, Sohn und der Sportwagen bildeten das „Porsche 928 Expeditionsteam“. Sie waren von Paris über Moskau und Tokio auf ihrem Weg nach New York.

 

 

 

Dort wollten sie ihr Fahrzeug zurück nach Europa verschiffen und selbst mit dem Flugzeug nach Paris zurückkehren. Natürlich könnte ich ein Foto von ihm machen, erwiderte er auf meine Frage und übergab mir eine Promotionkarte ihrer Expedition.

 

 

 

In Brookings wollte ich noch einen Beitrag posten, aber bei Fred Meyer funktionierte das WiFi mal wieder nicht. Ich bezog den teuren Portside RV Park, weil es hier WLAN gab und ich meinen Rückstand beim Reiseblogschreiben in Grenzen halten wollte.

 

 

 

Nach der langen Arbeit bei schlecht funktionierendem WiFi, beendete ich den Tag um halb elf.

Von der California Westcoast zum Lassen Volcanic National Park, vom 15. bis 19. Oktober 2016

Sa, 15.10.16 Forestcampground Del Loma/ CA
So,Mo,Di, 16./17./18.10.16 Mt.Lassen Shingleton KOA RV-Park/ CA
Mi, 19.10.2016, Grizzly Creek Redwood Forestcampground and Trail, Carlotta/ CA

Am Samstag Vormittag startete ich um halb elf Richtung Crescent City. Zuvor hatte ich den California Checkpoint zu passieren, wo ich von einer netten Dame gefragt wurde, ob ich Feuerholz mitführen würde. Dies konnte ich ruhigen Gewissens verneinen. Man befürchtet, daß Reisende Schädlinge von einem Bundesstaat in den nächsten transportieren. Es war eine entspannte Befragung – ich denke, man will einfach die Leute mal aus der Nähe sehen, welche Kalifornien bereisen.
Danach ging es auf dem Redwood Highway durch den gleichnamigen State Park.

Dabei folgte mir ein Mietcamper, welcher in meiner Nähe parkte. Da es regnete, kochte ich mir einen Kaffee. Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Tochter aus Neu-Ulm, kamen zu einem Gespräch an S’Gritli. Sie hatten ihr Wohnmobil in Seattle übernommen und heute war ihre letzte Chance, die Redwood-Trees aus der Nähe zu sehen. Also nahmen sie den Hike bei Regen in Angriff, während ich meinen Kaffee und die Cookies genoß. Als sie zurückkamen waren sie etwas enttäuscht, ob des schlechten Wetters und hielten sich auch nicht länger auf. Ich nahm den Highway 299 kurz vor Eureka, um ins Trinity Valley zu kommen. Der Anstieg zum Horse Mountain hatte es in sich und ich ließ die Temperaturanzeige nicht aus dem Blick.
Talwärts fuhr ich über Willow Creek und die Burnt Ranch bis kurz vor Del Loma. An der Straße lag der Del Loma Forstcampground, welchen ich für die Übernachtung ansteuerte. Außer mir war ein 30 Fuß-Trailer mit großem Pickup-Truck auf dem Platz. Ich ließ einen Platz zwischen ihm und mir frei und brachte S’Gritli mit den Unterlegkeilen in die Waagrechte.
Dan, mein Nachbar kam kurze Zeit später mit Ticker, seinem Jagdhund, zur Begrüßung herüber. Mike war ein „Plumber“, das bedeutet, er war selbstständiger Blechner und Sanitärinstallateur. Er hatte aber sein Geschäft vor einem Jahr verkauft und bediente nur noch seine ältere Stammkundschaft. Er bat mich, nach meinem Dinner, auf ein Bier rüber zu kommen. Es wurde dann auch ein relaxter Abend mit den unterschiedlichsten Gesprächsthemen. Er stellte das Jagen und das Waffentragen zur Diskussion. Hier erklärte ich ihm die unterschiedliche Handhabung in Europa. Das europäische Flüchtlingsproblem der Kanzlerin war auch ein Thema. Bei diesem Thema war er sehr engagiert – natürlich war auch Donald Trump ein Thema. Dan ging davon aus, daß Trump das Rennen um die Präsidentschaft gewinnen würde und er sollte recht behalten. Zurück im Gritli machte mir noch ein paar Gedanken zum Tag. Die Pacific-Coast hatte sich nochmals von ihrer stürmischen Seite gezeigt; auch im Trinity Valley dauerte der Regen an, doch es hatte sich etwas beruhigt. Ich hoffte für morgen auf besseres Wetter.
Am Sonntag, den 16. Oktober erwachte ich um sieben. Zum Frühstück gab es Roastbeeftoast mit Weichei. Dan Heal und ich tauschten noch die Adressen, dann nahm ich den Kurs auf den Lassen Volcanic National Park wieder auf. Nach der Durchfahrt eines First Nation Resorts hielt ich am Visitor Center des Whiskeytown Lake.

Hier traf ich ein junges Paar aus München, welches für 14 Tage einen kompakten Van gemietet hatte. Ihnen blieb noch eine Woche Zeit, um nach Seattle zurückzukehren. Sie kamen vom Lassen NP und erzählten mir, daß lediglich das Museum geöffnet hatte, die Parkdurchfahrt aber gesperrt sei. Nach einer Kaffeepause und weiteren 2 Stunden Fahrt kam ich am Nordosteingang des Lassen Volcanic National Park an. Ich besichtigte das Museum und schaute mir einen interessanten Film über den Park und die Vulkantätigkeit des Mount Lassen an. Der Ranger am Gate hatte mir schon mitgeteilt, daß die Straße noch geschlossen sei, aber möglicherweise bei Wetterbesserung am Dienstag wieder geöffnet werden sollte. Ich fuhr den Highway zurück zum KOA RV-Park in Shingleton, welchen ich zuvor passiert hatte und buchte für 2 Nächte eine schöne Tent-Site zum günstigen Preis.
Abends machte ich mir ein Rahmgeschnetzeltes mit Nudeln und hörte die swr3-Popnacht über Internet. Meine Email-Grüße von der Panam an die Freunde zuhause wurden von Ben Streubel übermittelt. Aber das hat wohl keiner gehört, denn es war in Deutschland ja schon früher Morgen. Das Resümee des Tages führte auf der Negativ-Seite den Ärger mit der Wasserpumpe, welche ich abhängen mußte; freuen durfte ich mich aber über die Email von Stefan Oester aus Mexico. Ihn hatte ich auf dem Dalton Highway auf dem Rückweg von Prudhoe Bay/ AK kennengelernt. Der Frutiger ist sehr schnell unterwegs.
Der Montag war ein typischer Etappentag. Er bestand aus Aufräumen, Kochen und Abwasch. Den Hauptanteil des Ruhetages nahm das Verfassen und Posten von zwei weiteren Beiträgen in Anspruch. Die zweite Portion des Geschnetzelten mit Nudeln war der Höhepunkt des Abends.
Am Dienstag verließ ich den KOA RV-Park um elf. Die Schranke der Durchfahrtsstraße des Lassen Volcanic NP war noch immer geschlossen.
Ein paar Fotos wollte ich aber unbedingt machen. Das Wetter hatte sich gebessert. Es war zwar kalt, aber die Sonne schien und brach die Wolkenbänke auf. Der Lassen Peak versteckte sich noch eine Weile in seiner Wattewolke.
Ich wanderte über den Park-Campground hinunter zum Manzanita Lake und umrundete diesen.
Ein einsamer Angler war mit dem Boot auf dem See. Auf dem Seerundweg begegnete mir niemand außer ein paar Squirrels und Chipmunks. Zurück am Parkplatz machte ich mir im Gritli ein Vesper und fuhr um 14:00 zurück zum RV-Park. Dort sattelte ich die Kabine ab und reparierte die Wasserpumpe zu Tode; dies merkte ich aber erst abends beim Zähneputzen. Nach dem Aufsatteln machte ich mir ein Campfire mit dem teuren KOA-Feuerholz. Zur amerikanischen Bratwurst gab es Tomatensalat und Bannock-Brot(Sauerteig). Dann wollte alles ja auch wieder zusammengeräumt sein. Das Verfassen der Tagesnotizen erforderte dann die letzte Überwindung vor dem Schlafengehen.
Am Mittwoch, den 19. Oktober fuhr ich ein letztes Mal zum North Entrance, nur um sicher zu gehen, daß nicht doch noch geöffnet wurde, wenn ich abgefahren war.
Beim Verlassen des KOA RV-Parks fiel mir das Straßenschild mit „Luftpost-Landeplatz“ auf.

Airport Suchbild

Die Situation war unverändert. Das machte den Abschied leicht und ich fuhr vorbei am Whiskeytown Lake Richtung Weaverville. Dort nahm ich den Highway 3 in Richtung Ferndale. Das war eine wunderschön geschwungene Paßstraße, welche ein bisschen Rollercoaster-Gefühl aufkommen ließ. Schließlich kam ich wieder durch einen Teilabschnitt der zahlreichen Redwood-Forests. Der Bestand wurde dichter.
So hielt ich kurzfristig vor einer Ausfahrt, um von der gegenüber liegenden Straßenseite ein paar Baumriesen zu fotografieren. Im Weggehen rief mir jemand nach. Es war der Ranger des Grizzly-Creek Redwood Forestcampgrounds, der mich bat, mein Fahrzeug auf den Parkplatz nach der Einfahrt zu stellen. Er gab mir noch ein paar Typs für das Fotoshooting.

Neugierig geworden, drehte ich die komplette Runde des Waldlehrpfades. Zurück am Campground ging ich in das Ranger-Blockhaus. Hier gab es eine Ausstellung von den ausgestopften Protagonisten des nordamerikanischen Wildlifes. Es war so kurios und sympathisch aufgezogen, daß ich den Ranger um Erlaubnis bat, das Stilleben fotografieren zu dürfen.
Kurz entschlossen buchte ich eine Übernachtung auf dem Grizzly-Creek Campground. Besagter Bär wird so langsam zu einem Mythos, wie Saskatch, der Waldmensch, auch Bigfoot genannt, welcher anscheinend schon von Hunderten Menschen gesichtet wurde. Er soll aufrecht gehen, über und über mit Fell bedeckt und knapp an die 3 Meter groß sein.
Für den Abend leistete ich mir wieder einen Bund Feuerholz. Als Grillgut hatte ich ja noch eine halbe Packung Bratwürste.

Wild und Schön – Oregon Coast; am 10. und 11. Oktober 2016

Netarts Cape Lookout State Park/OR am 10. Oktober 2016
Beachside State Park/OR am 11. Oktober 2016

Am Montag, den 10. Oktober erwachte ich um halb sieben. Das war die richtige Zeit um den Sonnenaufgang bei einem Strandspaziergang zu erleben.
imageimageEin reichhaltiges Frühstück sollte mich für den Tag stärken. Vor meiner Abfahrt mit dem Ziel Newport erstellte ich erst noch einen Blog-Beitrag, sodass es schon 13:00 Uhr war als ich den State Park verließ. Schnabels hatten sich am Morgen noch verabschiedet und mir einen Straßenatlas für Oregon überlassen. Auf meinem Weg zum netten Städtchen Pacific-City fuhr ich immer wieder an Buchten vorbei, welche die Schönheit der vorherigen Ausblicke überboten. Diese Beaches waren alle großartig – alle Weltklasse; nur schade, daß der Pazifik, zumindest im Herbst, keine Badetemperaturen bietet.
imageimageimageimageimageIn Newport angekommen, postete ich bei Starbucks meinen neuen Beitrag. Im Einkaufszentrum erstand ich ein Billighandy für Überseetelefonate und eine neue Sonnenbrille. An dieser brach nach dem dritten Mal Auf- und Absetzen ein Bügel ab; beim Handy stellte sich später heraus, daß ich in den USA, aber nicht nach Europa telefonieren konnte. Zum Übernachten ging’s zum Beachside State Park – auch hier gab es einen sehr großen, schönen Sandstrand. Der Tag war so sonnig, wie vorausgesagt. Am Dienstag, den 11. Oktober wachte ich um halb acht auf. Es war sehr kalt bis endlich die Sonne durchkam. Von halb neun bis um zehn versuchte ich das Handy zu aktivieren, bis mir der nette Mensch von der Hotline schließlich eröffnete, daß die erstandene Prepaid-Karte doch nicht für Überseegespräche geeignet war. Um 13:00 Uhr verließ ich nach dem Trinkwasserfüllen und einem Strandspaziergang den Campground mit Ziel Gardiner; hier wollte ich die Küste in Richtung Crater Lake National Park verlassenh
Zuvor hielt ich aber in Florence nochmals am einem Einkaufszentrum der gleichen Kette, um das Geld für das Handy und die Prepaidkarten zurück zu erhalten. Nach einigem Hin und Her klappte das auch. Bei Starbucks stellte sich eine ältere Dame zu mir an das Bistrotischchen. Sie hieß Florine Hanson und war gebürtige Norwegerin. Florine war 95 Jahre alt, an allem interessiert und total auf Zack. Wir hatten es eine halbe Stunde sehr lustig und sie wollte mich schon dort behalten. Auf dem Weg zum Parkplatz sah ich einen Toyota-Pickup mit Kabine und VIA PANAM Aufschrift.
Lisbeth und An aus Belgien warteten hier auf ihre Lebensgefährten Weking und Sebastian. Einer der beiden fuhr den zweiten Toyota, der andere lief in der Zwischenzeit einen Marathon. Diese beiden wechselten sich jeden Tag ab. Insgesamt wollten sie „590“ Marathons bis zum Ende der Panamericana laufen. Mit Spenden finanzierten sie ihr Vorhaben; der Überschuß soll für Menschen mit Querschnittlähmungen verwendet werden. Mehr dazu auf ihrer Website www.viapanam.today. Lisbeth und An verließen den Parkplatz zur gleichen Zeit wie ich. Unterwegs passierte ich noch den Marathonläufer mit dem Begleitfahrzeug. Unglaublich – was für eine Kraft- und Willensanstrengung!

imageMein weiterer Weg führte mich ostwärts über Elkton und Roseburg. Es wurde bereits dunkel, als ich den Susan Creek State Park Campground anfuhr. Ich bereitete mir noch einen kleinen Imbiss. Nach dem Reflektieren der Tageserlebnisse war klar: die absoluten „Bringer“ des heutigen Tages waren Florine und das Via Panam Team.

KOA Hammond-Warrenton/ OR, vom 07. bis zum 09. Oktober 2016

Dem 3-stündigen Schlaf auf der Rest Area des Deadman Passes(Hwy 86/ ID)folgte der 2. Teil des Marathons. Ich hatte wieder meinen Vorsatz nicht eingehalten, solch lange Transfers zu vermeiden. Sie sind speziell in der Nacht sehr kräfteraubend; es fehlen einem die Reiseeindrücke bei Tageslicht. Ich gönnte mir ein kurzes Automaten-Frühstück, bestehend aus Schokowaffeln und Cola. Um 5:00 Uhr war ich wieder in der Spur Richtung Portland Oregon. Auf der Interstate 86 und dann 84 ging es über Rupert, Hagerman, Boise und Ontario/Idaho zur Staatsgrenze. In Oregon führte die Strecke über Baker City, La Grande und Boardman zum Columbia River.

image image Am Südufer des großen Stroms fuhr ich, immer noch auf der 84, vorbei an Städten, wie Heppner, Arlington und Quinton zum mächtigen The Dalles Dam. Dann ging es über Gresham nach Portland. Ich wollte der Seemannsmission unter deutscher Führung in Portland einen Besuch abstatten. Um die Adresse herauszufinden googelte ich Seafarers Welfare und stieß auf das Seemannsheim, welches ich vor 40 Jahren besucht hatte. Aber heute befand sich die Führung in chinesischen Händen, wie ja auch die meisten europäischen Häfen auf das Einlaufen der asiatischen Handelsflotte angewiesen sind. Da mein Chinesisch nicht ausreichte(nicht vorhanden war), verzichtete ich auf den Besuch der Einrichtung und nahm die östliche Portland-Umfahrung. Sie führte auf den Highway 30 und dieser brachte mich bis an die Oregon Pacific Coast in Hammond. Mein erster Weg führte mich an die Bucht bei Warrenton.

4er-Staffel Pelikane in der Warrenton Bay
4er-Staffel Pelikane in der Warrenton Bay

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Hier genoß ich den Ausblick auf den Pazifik. Zuvor war ich an einem KOA RV-Park vorbeigekommen. Zu diesem fuhr ich zurück, um mich für 2 Nächte anzumelden. Nach dieser langen, anstrengenden Ost-West-Passage freute ich mich auf die Vorzüge eines Komfortplatzes. Im Office gab ich bei Susan meine Personalien an, und sie wechselte auch gleich in gebrochenes Deutsch. Als ich ihr meine Kreditkarte, bezogen auf die Volksbank Dreiländereck Kandern reichte, war die Freude perfekt. Susan und Loren, ihr Mann, waren seit Januar wieder in den USA. Zuvor waren sie 15 Jahre an der Black Forest Academie in Kandern als Lehrkräfte tätig. Ursprünglich stammten sie aus Missouri. Das ließ doch ein Bisschen Heimatgefühl aufkommen. Nach dem Duschen ging ich für eine Schwimmrunde in das Hallenbad. Nun hatte ich richtig Hunger auf mein Cordon Bleu mit Nudeln. Zufrieden ließ ich den Tag Revue passieren. Die Fahrt entlang des Columbia River erzeugte zwar nicht das Gefühl der Revierfahrt mit der MS Moselstein vor 40 Jahren, aber sie war landschaftlich sehr ansprechend. Leider hatte der Besuch der Seemannsmission in Portland nicht geklappt, aber die Vergangenheit kann man sowieso nicht zurückholen. Die Begegnung mit Susan und Loren war toll.
Am Samstag, den 08. Oktober schlief ich bis halb acht. Nach dem Frühstück packte ich meine Wäsche für den Waschtag. Auch dies ist ein Vorzug der RV-Parks. Hier kann man Waschen und Trocknen und alles paßt in einen Waschgang. Heute benötigte ich aber einen zweiten Durchgang für den Schlafsack. Am späteren Nachmittag bereitete ich dann das Abendessen – Spaghetti mit Danish Blue Schimmelkäse-Sauce. Heute war ein Regentag, der mir gerade recht kam. So konnte ich meine Arbeiten erledigen und hatte mal wieder Muse zum Lesen.
Am Sonntag den 09. Oktober erwachte ich um halb sieben. Ich wollte auf dem Pazifik-Küsten-Highway 101 weiter nach Netarts. Um halb elf verabschiedete ich mich im Office von Loren; Susan, seine Frau hatte heute ihren freien Tag. Wir verabschiedeten uns herzlich mit der Hoffnung, uns eines Tages wieder zu treffen. Nach einem Tankstopp in Nehalen fuhr auf den Highway 101 südwärts. Die Oregon Coast lag unter Nebel im Regen.

imageimageAm Cannon Beach fiel mir ein Mercerdes LKW mit Bimobilaufbau mit deutschen Kennzeichen ins Auge. Ich parkte daneben und machte ein Foto von dem Gefährt. Dann lief ich am Klippengeländer entlang, um ein paar Fotos von dem breiten Sandstrand und der heftigen Brandung zu machen. Auf dem Rückweg kam mir Tina entgegen. Udo und Tina Schnabel aus Hannover waren auch auf dem Weg in Richtung Süden.

image imageNach einem netten Gespräch und dem obligatorischen Adressentausch verabschiedete ich mich. Am Rockaway Beach parkte ich S’Gritli an einem Wanderparkplatz und durchquerte im Regen den Regenwald um die Beach zu erkunden. Am Strand traf ich auf ein Surfercamp. Die Brandung brachte 2 bis 3 Meter hohe Wellen in die Bucht.

imageimageBei einem Strandspaziergang schaute ich dem Treiben der Surfer zu. Ein Könner erwischte den Kamm einer großen Welle, welchen er abritt und kurz vor dem Auslaufen seine Darbietung mit 10 schnellen Wedelbewegungen beendete – schon toll, wenn man es kann. Zurück beim Gritli am Highway fand ich auf dem GPS den Netarts Cape Lookout State Park. Als ich diesen erreichte, füllte ich den Selbstregistrations-Umschlag aus und entrichtete meinen Obolus für die Übernachtung.
Ich richtete mich gerade ein, als Udo und Tina auf den Platz fuhren. Sie luden mich auf ein Bier zu sich ein. Ich nahm das dankend an und machte mich anschließend an die Zubereitung des Abendessens. Auch die beiden neuen Bekannten nahmen ihr Abendbrot zu sich. Wir wollten uns anschließend wieder bei ihnen treffen, um Reiseerfahrungen auszutauschen. Udo wollte den Showtalk zwischen Clinton und Trump am Internet verfolgen. Der Wahlkampf ging in die heiße Phase! So unterhielt ich mich noch eine Weile mit Tina, bevor ich mich ins Gritli zurückzog. Der Tag war schwierig zu bewerten. Das Wetter war sehr bescheiden, aber durch den Regennebel konnte ich immer wieder die beeindruckende Küstenlandschaft erkennen.

Yellowstone National Park/ Wyoming und Montana

Mo, 03.10.16, Yellowstone Bridge Bay/WY Recreation Site
Di, 04.10.16, Madison Yellowstone Park/MO, Day-Use Recreation Site
Mi, 05.10.16, Madison Forestcampground, Yellowstone/MO
Do, 06.10.16, Deadman Pass Highway 86/ ID

Um halb neun wurde ich wach. Nach dem Frühstück ging’s um halb 10 nach Gardiner zum Foodshopping. Hier traf ich Andrea(Anglistin) und Elmar(Förster mit Weltreisewunsch) aus der Eifel. Nachdem die Einkäufe verstaut waren, fuhr ich grad nur um die Ecke zum Nordeingang des Yellowstone National Parks. Das erste und größte Highlight des Parks folgte schon nach wenigen Meilen – die Mammoth Hot Springs -. In dem Örtchen vor der Tourist Info weideten die Elks(Hirsche – nicht zu verwechseln mit dem Moose, das ist der Elch) unbeeindruckt von dem Besucherstrom.

imageimageimage Der Rundgang über die hölzernen Stege der Hot Springs dauerte gut zwei Stunden, welche sich aber auch wirklich lohnten. Die Cups oder Pots formen eine Pyramide von unterschiedlichen Farben. Es waren dies Rot(Eisenoxid), Gelb(Schwefel), Schwarz(Lava) oder Weiß(Sinterkalk). Wunderschön – dies soll die weltgrößte Sinterterrasse sein. Da die Straße zum Norris Geyser Basin wegen Bauarbeiten gesperrt war, fuhr ich Richtung Tower Roosevelt, einem Ranger-Beobachtungsturm, besichtigte nach einer kurzen Pause für Wildlife-Fotos von 2 grasenden Bisons,
imagezuvor den Petrified Tree(Versteinerter Baum). Die Versteinerungen kamen durch Lava-Eruptionen zustande, welche die alten Bäume begruben. Dieser stand nach wie vor aufrecht, aber doch reichlich mitgenommen hinter einem Zaun. Zahlreiche Touristen hatten sich hier in der Vergangenheit ihr Souvenir abgebrochen.
imageAm Aussichtspunkt der Tower Falls traf ich auf 2 Elsässer-Ehepaare mit Expeditionsmobilen, welche die Panamericana vom Süden her bereist hatten und sich auf dem Weg nach New York befanden.
image imageNach den üblichen Hals- und Beinbruch Wünschen führte mich die Fahrt über den Dunraven Pass; zur rechten Seite mit steilen Felsabrüchen und links mit dem Blick in den tiefen Grand Canyon of the Yellowstone River. An den Upper und Lower Falls parkte ich S’Gritli und ging die kurze Strecke zum Aussichtspunkt.
image imageHier machte ich einige schöne Aufnahmen und fuhr dann weiter zum Sulphur Caldron. Neben der Straße sah man blubbernde, schlecht riechende Schlammtümpel in unterschiedlicher Größe und Farbe.
imageimageimage Der Regen hatte sich in Schnee verwandelt und es wurde Zeit einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Dummerweise waren die National Park Campgrounds in der Nähe geschlossen. Da der Schneefall immer heftiger wurde, entschloss ich mich auf der Bridge Bay Lakeside Recreationsite zu übernachten, obwohl die nur für Tagesgebrauch(Day Use) vorgesehen war. Nach einem wärmenden Irish Coffee und einem Riegel Hershey Chocolate fiel eine dicke Scheedecke über diesen überwältigenden Tag.
imageimageAls ich am 04. Oktober um halb acht erwachte, hatte es aufgehört zu schneien; ein paar blaue Wolkenlöcher zeigten sich am Morgenhimmel.
image imageNach dem Frühstück und dem Zusammenräumen verließ ich meinen Nachtplatz bei leichtem Schneefall in Richtung Bridge Bay. Hier wollte ich Propan und Diesel auffüllen. Es stellte sich heraus, daß die Gaz Station bereits für den Rest der Saison geschlossen hatte. In der West Thumb Bay besichtigte ich ein weiteres thermoaktives Gebiet.
imageimageimage Am Parkplatz traf ich diesen Kameraden
imageDie nächste mögliche Tankstelle lag beim Old Faithful Geysir. An der Tankstelle gab es keinen Diesel und kein Propane. Man empfahl mir, aus dem Park nach West Yellowstone zu fahren – da sollte es Diesel und Propane geben. Ich fuhr zur Old Faithful Lodge, welche in unmittelbarer Nähe zum Geysir lag. Der Old Faithful Geysir schleudert in Abständen von anderthalb Stunden seine 30 Meter hohe Wasserdampffontäne in den Himmel; anscheinend braucht es dafür nicht einmal eine Hand voll Backpulver. Das Gedränge auf dem Feld war schon enorm, sodass ich mich entschied das Spektakel von der Lodge anzusehen. Diese lag etwa hundert Meter vom Geysir entfernt.
imageimage Von dem Freisitz vor der Lodge konnte ich ein paar passable Fotos schießen, ohne mich in die chinesische Menschenmasse zu stellen.
imageAnschließend ging ich zum Essen in das Selbstbedienungsrestaurant, wo ich einen Platz mit Sicht auf den Geysir fand. Kurze Zeit später strömten hunderte Chinesen herein, alle chaotisch, alle zu spät, immer in großen Gruppen. Am Besten bringt man sich in Sicherheit, um nicht noch eine heiße Suppe auf die Hose zu bekommen. Auf der Fahrt in Richtung Madison Junction hielt ich für Fotos am Midway und Lower Geyser.
An der Madison Junction bog ich rechts ab und fuhr entlang dem Madison River nach West Yellowstone. An der Strecke weideten Büffel, welche sich stoisch fotografieren ließen.
imageimageAn der Tankstelle gab’s dann wirklich Diesel und Propane. Gegenüber lag das Visitor Center mit WiFi. Ich konnte meine Emails runterladen; das Posten zweier Beiträge war wegen Überlastung des Netzes nur teilweise erfolgreich. Da es schon halb fünf war, machte ich mich auf den Rückweg. An der Madison Junction nahm ich die Einfahrt zum Forestcampground. Vor der Registration standen bereits fünf Pickup-Trailer. Ich blieb eine viertel Stunde in der Schlange und entschloß mich dann für die Day Use Area, welche ich heute Morgen gesehen hatte. Daß das nicht erlaubt war, war mir schon klar. Aber ich dachte: es hat gestern geklappt – dann klappt es auch heute. Ich machte mir ein paar Koteletts mit Nudeln und war um halb zehn in der Koje, wo ich mich noch etwas über den unergiebigen Tag ärgerte. Aber es sollte noch dicker kommen! Morgens um halb zwei wurde ich von der State Police geweckt, welche mir eine Strafe von 150 US-Dollar, oder einen Wechsel auf den benachbarten Campground für 26 Dollar/Nacht anbot. Nach dem viertelstündigen Check meiner ID, machte ich mich ans Zusammenräumen. Anschließend fand ich auf der Liste am Registration-Office meinen freien Platz. Das Bett hatte ich nicht eingefahren und so schlief ich bald wieder ein.
Ich erwachte um halb acht. Da es immer noch schneite, entschied ich mich für eine Tour außerhalb des Parks. Bei Sonnenschein nahm ich in West Yellowstone den Highway 287 in Richtung Noris, um nach 150 km über Bozeman wieder hierher zurückzukehren.
imageimageWieder kurz vor Office-Schluß kam ich an der Tourist Info an, wo ich die beiden Beiträge dann doch noch posten konnte. Ich fuhr wieder zum Madison Junction Campground, wo ich bei Sonnenschein die gleiche Campsite wie gestern bezog. Als ich noch beim Einrichten war, rief mir der Nachbar. Er war heute Nachmittag bei einem Spaziergang auf einen Stein gestürzt und hatte sich dabei die Hüfte verletzt. Er wollte seinen Trailer ankuppeln, konnte sich aber vor Schmerzen kaum auf den Beinen halten. Als ich ihn in seinem Pickup vor die Kupplung dirigiert hatte und der Trailer angehängt war, ging ich zurück zum Gritli. Ich machte mir Gedanken über Jims Verletzung – er hatte schlimme Schmerzen. Ich entschied mich für einen Irish Coffee und Süßgebäck zum Abendessen. Mit einem dampfenden Becher des Heißgetränks ging ich rüber zu Jim, wo wir uns noch etwas über seine Situation unterhielten. Der Irish Coffee tat im sichtbar gut. Ich bot ihm für morgen weitere Hilfe an, was er aber dankend ablehnte. Sein Plan war, sich in einem etwa hundert Kilometer entfernten Hospital untersuchen und röntgen zu lassen. Wie auch andere Uneinsichtige(zu denen ich auch gehöre) war er der Meinung, daß fahren besser ging, wie laufen. Nach einer Platzrunde und einer Lesestunde löschte ich das Licht um 23:00 Uhr.
Am 06. Oktober wurde ich erst um halb neun wach – Jim war schon abgereist. Mein Ziel war heute Norris und das Canyon Village. Am Monument Geyser Basin machte ich einige Fotos.
imageimageimageAm Artists Paintpot(Künstlers Malkasten) entschloß ich mich den 5 Meilen Loop zu erkunden. Hier gab es Schlamm- und Hotwater-Pools in großer Farbenvielfalt.
imageimageimageIm Canyon Village holte ich mir Aufkleber für Yellowstone und Grand Teton Natiionalpark, wohl ahnend, daß sich bei dem Wetter kein längerer Stop lohnen würde. Ich gönnte mir eine deutsche Bratwurst, die dazugehörenden Potatochips ließ ich liegen. Obwohl es schneite, setzte ich mich unter dem Vordach des Visitor Center zu zwei Amerikanern, welche schon Europa bereist hatten und denen es gefallen hatte. Über die Lower Falls fuhr ich bei Schneefall die bekannte Strecke zum Grant Village und weiter zum South Entrance in Richtung Grand Teton. Nach einige Fotostopps erreichte ich den Nationalpark im Nebel.
imageimageDas Rangerhäuschen am Eingang war nicht besetzt. Ich wollte weiter, da alle Gipfel im Nebel lagen.
Über das Lifestyle-Städtchen Jackson mit fragwürdigen Sehenswürdigkeiten und merkwürdigen Leuten ging es über manchen Pass.

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Ich war schon längere Zeit müde, fand aber erst um 01:30 Uhr am Deadman Pass eine Rest Area, wo ich S’Gritli für eine 3-stündige Schlafpause parkte.

Yellowstone River Canyon Campground, Gardiner/ MO

Tall Chief RV-Park, Fall City/ WA, am. 01 Oktober 2016
Yellowstone River Canyon Campground, Gardiner/ MO, am 02. Oktober 2016

Ich war schon um halb 7 wach und entschloß mich zu einer Dusche. Zum Frühstück gab es Toast mit italienischer Salami und ein weich gekochtes Ei. Um halb 10 war ich wieder auf dem Highway 90. Weitere Orte an der Überlandstrecke waren Cle Elum, Ellensburg, Vantage, George, Ritzville und Spokane. Da es schon dämmerte fuhr ich gegen 18:00 Uhr in St. Regis/MO vom Highway. Am ersten RV Park fuhr ich vorbei, kehrte aber nach 5 km um, da kein weiterer zu erwarten war. An der rechten Seite sah ich ein verwittertes Holzschild mit der Aufschrift RV Park. Ich nahm diese Einfahrt, welche mich auf einer Naturstraße zu einem Anwesen in den Hügeln führte. Es war ein Einfamilienhaus mit separat stehender Garage oder Werkstatt, sowie einem etwas abseits stehenden Ziegenstall. Eigentlich sah es nicht nach Campingplatz aus; trotzdem klingelte ich an der Türe. Bei der Dame des Hauses erkundigte ich mich nach dem RV Park und ob ich für eine Nacht bleiben könnte. Sie bat mich um einen Moment Geduld und rief ihren Mann. Wir stellten uns, wie so üblich mit den Vornamen vor. Mike hatte vor einiger Zeit den RV Park aufgegeben, aber er sagte, ich solle mir doch auf der Wiese einen Platz suchen. Kosten würde es nichts. Wir unterhielten uns noch einige Zeit und wünschten uns dann gegenseitig eine Gute Nacht. Das Abendessen bestand aus Corned Beef und Toast – zu mehr Aufwand hatte ich keine Lust. Ich las noch ein paar Seiten in John Steinbecks „Travels with Charley“. Danach schlief ich auch gleich ein.
Am nächsten Morgen war ich um 7 wach. Es gab nur ein kleines Frühstück und so war ich um 9, nachdem ich noch an der Einfahrt zum Highway getankt hatte, wieder auf diesem unterwegs.

image imageIn Missoula/ MO machte ich Station und postete noch einen Beitrag bei Starbucks. Zuvor hatte ich auf einem Rastplatz angehalten, um mir eine Zigarette zu drehen. Ich kam mit einem netten Ranger ins Gespräch, welcher mir noch einige Tips für die weitere Reise gab. Der Abschied war überraschend herzlich: „May be we meet again, I’m allways here -every Day“. Der nächste Halt folgte in Butte, wo ich Essen und Becks Bier einkaufte. An der Abfahrt Bozemann fuhr ich dann vom Highway, da bereits Gardiner angeschrieben war und hier der Nordwesteingang zum Yellowstone National Park war.

image imageIch fuhr in den hübschen Ortskern im Wildwest-Look.

imageDie meisten Restaurants hatten geschlossen. Unter den zwei verbliebenen entschied ich mich für den Chinesen. Gegenüber der Chefin lobte ich das gute Essen und sie eilte sogleich in die Küche zu ihrem Mann, um ihm das mitzuteilen. Mehr wie die Hälfte war nicht zu schaffen und so brachte sie mir auch gleich eine Tragetasche, um die Warmhaltepackungen in welchen serviert wurde besser transportieren zu können. Bei der Ankunft hatte ich vor dem Ort, unterhalb einer steilen Wand zwischen Felsen einen Forestcampground gesehen.

imageGleich beim Eingang standen bereits ein Trailer und nicht weit davon ein Zelt. Ich fand ein paar Meter weiter einen schönen Platz und richtete mich gleich ein, da es schon dämmerte und auch wieder zu regnen anfing. Heute Morgen war ich in St. Regis im Frühnebel gestartet; doch bald kam die Sonne durch. Diese verabschiedete sich dann aber schon gleich zu Beginn der Scenic Route in Bozeman. Für Morgen hoffte ich auf besseres Wetter.

Hurricane Ridge Road Campground, Port Angeles/ WA

KOA RV-Park Port Angeles/WA am 29. September 2016
Hurricane Ridge Rd Campground Port Angeles/WA am 30. September 2016

Am nächsten Morgen war ich dann schon früh in den Beinen um meine Sachen zusammenzuräumen. Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg und war 10 nach 9 bei BT Transmission. Darren war dabei, am Telefon mein Problem abzuklären. Sein Lieferant informierte ihn, daß dieses Getriebe in seinem Kundenkreis noch nicht reparariert wurde und empfahl ihm auch, auf einem Austauschgetriebe zu bestehen. Gut, das brachte mich dann auch nicht wirklich weiter. Darren hatte auch kein gutes Gefühl dabei und er bot sich an, daß ich gerne in seinem Kundenbereich an seinem WiFi die Verfügbarkeit eines solchen Getriebes prüfen könnte. Mir fiel nur Schausberger/Österreich ein, doch dort war schon seit 3 Jahren kein entsprechendes Fahrzeug mehr angeliefert worden. Ich verabschiedete mich, nicht ohne mich vorher zu erkundigen, was ich schuldig sei. Davon wollte man bei BT Transmission nichts wissen, im Gegenteil – man entschuldigte sich, daß man nicht helfen konnte. Ich hatte am WiFi auch Ellner Offroad in Trebgast eine Anfrage geschickt. Wie sich später herausstellen sollte, konnte mir Herr Ellner weiterhelfen. Er tat dies schnell und selbstlos. Nachdem klar war, daß das gefundene Getriebe passen würde und Stefan dieses für mich verschiffen würde, klinkte er sich aus und ließ mich die Bestellung auf eigene Rechnung tätigen. Von BT Transmission fuhr ich zum Hafen von Port Angeles, um mich in der dortigen Tourist Info nach einem Nationalpark-Jahrespass zu erkundigen. Auf dem Weg vom Gritli zum Office hörte ich ein Paar schyzerdütsch reden. Nach einem deutschen Hallo stellte sich heraus, daß die Beiden auch zur Tourist Info wollten. Thomas und seine Frau aus Olten waren auf der Suche nach einem Mietwagen, da ihr Miet-Wohnmobil zu groß für ihr Vorhaben war. Sie erhielten die Adresse eines Vermieters und ich wurde an das Besucherzentrum des Olympic Parks verwiesen. Bevor sich unsere Wege wieder trennten, gingen wir ins nächste Restaurant, um bei einem Café von unseren Reiseerlebnissen und weiteren Reisezielen zu erzählen. Nach einem „Gib Sorg“ machte ich mich auf den Weg in Richtung Hurricane Ridge State Park. Am Anfang der hinaufführenden Straße sollte das Besucherzentrum liegen. Hier erstand ich dann auch meinen Jahrespass und konnte diesen schon wenige Meter später der Rangerin am Eingang zum State Park präsentieren. Die gut ausgebaute Straße führte anfangs wie eine Rampe bergwärts. Da die lange Steigung zwischen 8 und 10% aufwies, behielt ich Gritlis Temperaturanzeige im Auge. Nach 5 mi würde es etwas flacher und kurviger. Die Aussicht war prächtig.

image image image imageIch hielt immer wieder an, um die gegenüberliegende Range und die Hänge rechts, beziehungsweise die Abgründe links der Straße zu fotografieren.

image imageAn der Bergstation angekommen, genoß ich nach einem kurzen Spaziergang zum höchsten Punkt die Aussicht auf Port Angeles; von hier aus konnte ich sogar Victoria an der gegenüberliegenden Küste erkennen. Nach einem Rundgang landete ich, wie auf Schienen geführt, in der Cafeteria des Gipfelrestaurants. Ich bestellte mir eine Cola und ein Körbchen Chicken Wings mit French Fries. Dann setzte ich mich auf die granitgepflasterte Terrasse, welche eine grandiose Rundumsicht auf Gletscher und Berge darbot.

imageimageNach geraumer Zeit für Essen und Entspannung ging ich zurück zum Gritli und trat die Talfahrt an. Kurz vor dem State Park Kontrollhäuschen bog ich rechts zum Hurricane Ridge Road Campground ab. Ich suchte mir einen schönen Platz zwischen Felsen aus.

imageIm Campfire-Ring war noch Holz meines Vorgängers – das würde reichen um heute Abend meine Wienerle zu grillen. Dazu gab es Nudeln mit Parmesankäse. Nach dem Abwasch legte ich mich auch schon bald schlafen.
Ich erwachte um halb 9. Selten hatte ich so lange geschlafen – es war auch weit und breit kein Geräusch zu hören. Nach dem Frühstück und dem Füllen des Wassertanks startete ich in Richtung Port Angeles. Von dort wollte ich südwärts nach Olympia. Dort sollte es ein AAA(TripleAy)-Office geben, wo ich meine kostenlosen Straßenkarten für die Staaten in Empfang nehmen wollte. Als ich nach 2 Stunden dort ankam, wurde ich freundlich begrüßt und erhielt sogar noch Karten für Zentral- und Südamerika. Mein weiterer Weg führte über Tacoma in Richtung Preston, wo ich den Highway 90 in Richtung Yellowstone nehmen wollte. Am Straßenrand stellte sich schon ein Indian Summer Stimmungsbild ein.

imageVor Preston wurde mir klar, daß ich schon zu lange unterwegs war und es bald dunkel werden würde. Ich nahm die Abfahrt nach Fall City, da hier ein Campingplatz ausgeschildert war. Es war wieder so ein 3 Sterneplatz mit allen Facilities, aber schlechtem Service zu horrendem Preis. Komisch, es sind immer diese Art Campingplätze die dir mehrfach ihre Kundenbefragungsmails hinterher schicken. Es wäre besser, sie würden diese sinnlose Ausgaben in die Verbesserung ihres Service investieren. Zum Abendessen machte ich mir noch ein paar Pesto Pasta mit Thunfisch. Im Bett um 22:00 ließ ich den Tag nochmals Revue passieren. Ich würde es als Überführungsetappe bei schönem Wetter bezeichnen, versehen mit kleineren Staus – im Ganzen wenig reizvoll.